Ratgeber Versicherungen und Finanzen

Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung sichert Besitzer von Immobilien und Grundstücken gegen Schadensersatzforderungen ab, die aufgrund von Schäden aufkommen, die durch ihren Besitz verursacht wurden.
Das klingt erst einmal recht theoretisch, kann aber sehr schnell bitterer Ernst werden. Gerade in diesem Bereich trifft man häufig auf Personenschäden. Teilweise auf so gravierende Personenschäden, dass hier eine jahrelange, vielleicht sogar eine lebenslange Rente gezahlt werden muss.

Was genau leistet die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung

Macht jemand einen Schaden geltend, der von Ihrem Haus oder Grundstück ausgegangen ist, prüft die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung, ob hier tatsächlich ein Haftungsfall vorliegt. Wenn dem so ist, übernimmt die Versicherung die rechtmäßigen Schadensersatzforderungen. Sollte die Forderung unbegründet sein, weißt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung die Forderung in Ihrem Namen zurück. Im schlimmsten Fall führt die Versicherung für den Versicherten sogar einen Prozess, um seine Interessen durchzusetzen.

Warum ist eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung überhaupt sinnvoll?

Von einem Haus können Gefahren ausgehen. Herrscht zum Beispiel ein starker Sturm, können Dachziegel vom Haus herunterfallen. Treffen diese ein Auto, entsteht ein erheblicher Sachschaden. Kommt es zu einer Kollision mit einem Menschen, können Personenschäden entstehen, die teilweise so schwerwiegend sind, dass sie ein Leben lang anhalten.

Kommt es beispielsweise zu einer Behinderung aufgrund eines solchen Unfalls, kann das zu einer sehr langwierigen regelmäßig wiederkehrenden Zahlungsverpflichtung führen.

Das Problem ist dabei auch, dass man grade als Hausbesitzer manche Gefahrensituationen kaum abwenden kann. Gefriert nachts beispielsweise der Boden kann der Zeitungsbote auf der Auffahrt ausrutschen. Kommt es in einem solchen Fall zu einer ernsthaften Verletzung, haftet der Hauseigentümer, da der Unfall auf seinem Weg geschehen ist und die Auffahrt nicht geräumt und vom Eis befreit war. Das der Hausbesitzer kaum eine Chance hatte, mitten in der Nacht die notwendigen Arbeiten auszuführen, spielt dabei keine Rolle.

Gleiches gilt beispielsweise, wenn bei einem Unwetter ein Zaun umfällt und das Eigentum eines Nachbarn beschädigt wird. 

Grundsätzlich ist es wichtig derart unvorhersehbare und teilweise auch nicht vermeidbare Gefahren entsprechend abzusichern. Andernfalls kann ein böses Erwachen drohen.

Worauf sollte man unbedingt bei der Auswahl der richtigen Versicherung achten?

Wichtig sind hier, wie bei den meisten Haftpflichtversicherungen, erst einmal die Deckungssummen. Denn auf diese kommt es an, ob die Versicherung wirklich die vollen Forderungen übernimmt oder doch nur einen Teil. Gerade im Bereich der Personenschäden sollte auf eine möglichst hohe Deckungssumme geachtet werden.
Eine wunderbare Möglichkeit, bei einer solchen Versicherung Geld zu sparen, ist die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung. Das macht aber nur Sinn, wenn durch die Selbstbeteiligung ein wirklich hoher Betrag eingespart werden kann und die Selbstbeteiligung an sich vergleichsweise niedrig ausfällt. Denn man darf bei einer solchen Regelung nicht vergessen, dass die Selbstbeteiligung immer anfällt – bei jedem neuen Haftungsfall. Wurde diese nun zu hoch gewählt, kann im schlimmsten Fall schon ein Haftungsfall Sie in ernste finanzielle Schwierigkeiten stürzen – und das trotz einer Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung.

Reicht eine private Haftpflichtversicherung nicht aus?

Die Antwort auf diese Frage ist ein klares Nein. Denn in einer privaten Haftpflichtversicherung sind keine Haftpflichtfälle abgesichert, die von einem Gegenstand oder einem Vermögenswert verursacht werden. Die private Haftpflichtversicherung schützt den Versicherungsnehmer nur gegen Haftungsfälle, die von ihm direkt verursacht werden. Ähnlich wie bei einer Kfz-Haftpflicht ist auch der Besitz eines Hauses etwas, was man mit einer separaten Haftpflichtversicherung absichern muss. Auch wenn die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung keine Pflichtversicherung ist – sie ist für Hausbesitzer doch ein absolutes Muss. Vor allem dann, wenn man sich keine Sorgen machen will, ob nicht beim nächsten schweren Unwetter doch einmal etwas passiert.

 

 

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