Ratgeber Versicherungen und Finanzen

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Dem Wasserrohrbruch vorbeugen: Versicherer arbeiten mit Technikfirmen zusammen

Durchschnittlich alle 30 Sekunden passiert in Deutschland ein Leitungswasserschaden. Die Folgen sind in der Regel für die Hauseigentümer und –bewohner auch dann eine Katastrophe, wenn der materielle Schaden durch eine Versicherung ausgeglichen wird: Die Feuchtigkeit im Mauerwerk ist sehr schwer und oft nur mit Trocknungsgeräten zu vertreiben, Immobilien können zeitweise nicht genutzt werden und vielen Menschen tut es weh, wenn durch das dreckige Wasser persönliche Erinnerungsstücke wie Bücher oder Fotos unbrauchbar geworden sind und nur noch vernichtet werden können.

Auch für die Assekuranzen ist die hohe Zahl der Wasserrohrbrüche ein Problem, da sie ihre Bilanzen verschlechtern und in der Folge die Versicherungsprämien erhöht werden müssen. Damit handeln sie sich regelmäßig die Kritik der Versicherten und Verbraucherschützer ein, denn es müssen auch diejenigen Kunden mit steigenden Beiträgen leben, die noch nie eine Versicherungsleistung in Anspruch genommen haben. Jedes Jahr entstehen nach Angaben des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Schäden in Höhe von 2,3 Milliarden Euro, die durch 1,1 Millionen Versicherungsschäden verursacht werden.

Prävention soll die Zahl der Versicherungsfälle reduzieren

Mit der Gothaer Versicherung und der Provinzial Rheinland machen zwei Versicherer den Anfang und sind mit dem Sanitärarmaturenhersteller Grohe eine Kooperation eingegangen. Die auf diesem Sektor zu den führenden Unternehmen zählende Firma aus Porta Westfalica hat zwei Produkte entwickelt, die bei undichten Wasserleitungen so früh Alarm schlagen, dass ein größerer Schaden verhindert werden kann:

  • Grohe Sense ist ein elektronischer Wassersensor, der Wasserlecks und das Absinken der Zimmertemperatur auf weniger als 3° C erkennt. Bei einer Raumtemperatur, die an der Frostgrenze liegt, kann es zu Undichtigkeiten in den Wasserrohren kommen. Außerdem überwacht das Gerät ständig die Luftfeuchtigkeit im Gebäude.
  • Mit dem Grohe Sense Guard wird im Falle eines geplatzten Rohres sofort die Wasserzufuhr unterbrochen und ein Alarm ausgelöst. Auch kleinste unerwünschte Wasseraustritte werden erkannt.

Beide Systeme arbeiten mit einer speziellen Smartphone-App, die von Grohe zur Verfügung gestellt wird.

So sieht das Angebot der Versicherer aus

Derzeit wird es für die Versicherten der Gothaer einen Preisnachlass in Höhe von 10 % auf die beiden Grohe-Produkte geben. In der nächsten Vermarktungsphase plant die Assekuranz speziell für den Grohe Sense attraktive Aktionen für alle Bestandskunden. Über Prämienrabatte soll erst zu einem späteren Zeitpunkt nachgedacht werden.

Die Provinzial Rheinland sieht zunächst eine Testphase vor, die in der ersten Stufe auf 30 Geschäftsstellenleiter beschränkt ist. In der zweiten Testphase sollen die Geräte bei einem bestimmten Kundenkreis erprobt werden. Dazu werden beispielsweise Kunden gehören, bei deren Immobilien die Wahrscheinlichkeit für einen Wasserrohrbruch besonders hoch ist, weil diese bereits relativ alt sind oder es bereits entsprechende Schadensfälle gegeben hat. Danach soll ein spezielles Angebot für die Provinzial-Kunden entwickelt werden.

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