Ratgeber Versicherungen und Finanzen

Verbraucherinformationen zu Versicherungen und Finanzen

Informatives, Ratgeber, Nachrichten und Hintergründe zu den Themen Versicherungen, Finanzen (Geldanlage und Kredite) sowie Altersvorsorge.
6 minutes reading time (1186 words)

TAN-Verfahren - Durchblick im TAN-Dschungel

Schätzungsweise mehr als 15 Millionen Bundesbürger nutzen will mittlerweile für Überweisungen und sonstige Transaktionen das Online-Banking. Neben der persönlichen Identifikationsnummer, auch besser bekannt unter dem Kürzel PIN, ist vor allem die Transaktionsnummer (TAN) ein wichtiger Teil des Sicherheitskonzepts. Ohne PIN und TAN würde Online-Banking nicht funktionieren, so aber handelt es sich um eine sehr sichere Angelegenheit.

Ein kleines Problem haben viele Kunden jedoch: Es gibt am Markt mittlerweile zahlreiche TAN-Verfahren, die je nach Bank angeboten werden. Diese unterschiedlichen Verfahren sind weder gleichermaßen sicher noch bietet jedes Kreditinstitut dass modernste TAN-Verfahren an. Wir möchten Sie daher im folgenden Beitrag informieren, welche unterschiedlichen Varianten es aktuell gibt und wodurch sich diese jeweils auszeichnen.

Wie funktionieren die TAN-Verfahren?

Bevor wir näher auf die einzelnen TAN-Verfahren eingehen, möchten wir Ihnen kurz etwas zur prinzipiellen Funktionsweise des Systems TAN erläutern. Wenn Sie beispielsweise per Online-Banking eine Überweisung erfassen möchten, dann müssen Sie sich zunächst in Ihr Online-Konto einloggen. Dies geschieht in aller Regel mittels Ihrer Kontonummer und einer Geheimzahl bzw. mit einem Passwort. Das korrekte Einloggen in Ihr Online-Konto reicht allerdings noch nicht aus, um eine Überweisung durchführen zu lassen. Sie müssen die erfassten Daten im Rahmen des Online-Überweisungsformulars nämlich noch durch eine Transaktionsnummer (TAN) bestätigen und somit autorisierten. Die unterschiedlichen TAN-Verfahren kennzeichnen sich nun vor allem dadurch, auf welche Art und Weise die Transaktionsnummer generiert und an Sie vermittelt wird.

Welche TAN-Verfahren existieren - ein Überblick

Aktuell gibt es am Markt rund zehn unterschiedliche TAN-Verfahren, von denen allerdings manche kaum noch ihre Anwendung finden. Wir möchten daher insbesondere auf fünf der gängigsten Verfahren eingehen, die gleichzeitig auch die aktuell sichersten Varianten sind. Es handelt sich dabei um die folgenden TAN-Verfahren:

  • mTAN
  • ChipTAN
  • HBCI
  • PhotoTAN
  • PushTAN

Ein weiteres TAN-Verfahren, welches allerdings nach modernen Standards nicht mehr als sicher genug anzusehen ist, ist das bis vor rund zwei Jahren noch sehr häufig eingesetzte iTAN-Verfahren. Dieses Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass Sie seitens Ihrer Bank eine sogenannte TAN-Liste erhalten, auf den bereits sämtliche TANs abgebildet sind. Möchten Sie nun online eine Überweisung durchführen, wird seitens der Bank per Zufall eine bestimmte TAN aus der Liste gefordert. Dieses System gilt allerdings mittlerweile als nicht mehr sicher genug, sodass das iTAN-Verfahren im kommenden Jahr (2019) komplett abgeschafft werden wird.

mTAN-Verfahren: das aktuell am häufigsten verwendete Verfahren

Nicht das modernste, aber nach wie vor das am häufigsten genutzte TAN-Verfahren ist das sogenannte mTAN-Verfahren. „m“ steht in dem Zusammenhang für „mobile“ und signalisiert, dass ein Mobiltelefon bzw. Smartphone in diesem Fall der Empfänger der seitens der Bank versendeten bzw. generierten Transaktionsnummer ist. Alternativ wird statt vom mTAN-Verfahren mitunter auch von der SMS-TAN gesprochen. Sie erhalten die benötigte TAN nämlich per SMS auf Ihr Smartphone und müssen diese dann online in das Überweisungsformular zur Bestätigung der Transaktion eingeben.

Das mTAN-Verfahren gilt zwar als sehr sicher, hat allerdings durchaus eine Schwäche. Diese besteht insbesondere darin, dass die SMS auch an Smartphones versendet wird, die häufig mit dem Internet verbunden sind. Befindet sich auf Ihrem Smartphone ein Trojaner oder Virus, wäre dieser unter Umständen in der Lage, eine Veränderung der TAN bzw. Manipulation der Überweisung vorzunehmen. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen Experten daher, dass Sie für Ihre Bankgeschäfte ein gewöhnliches Handy verwenden, welches nicht mit dem Internet verbunden ist.

ChipTAN-Verfahren: Hohe Sicherheit aufgrund Trennung dreier Komponenten

Ein TAN-Verfahren, welches von den Banken aktuell immer häufiger angeboten wird, ist das sogenannte ChipTAN-Verfahren. In diesem Fall benötigen Sie neben einem Endgerät wie dem PC sowohl Ihrer Bankkarte als auch einen ChipTAN-Generator, um dieses Verfahren zu nutzen. Beim ChipTAN-Generator handelt es sich um ein kleines Gerät, welches Sie meistens von ihrer Bank zur Verfügung gestellt bekommen. Zudem ist in aller Regel eine Registrierung für dieses Verfahren notwendig. Wie aber funktioniert das ChipTAN-Verfahren im Detail?

Zunächst erfassen Sie online ganz normal eine Überweisung, die Sie absenden möchten. Im Anschluss daran öffnet sich auf Ihrem Monitor ein separates Fenster, welches eine Grafik enthält. Dies ist gleichzeitig die Aufforderung an Sie, Ihre Kundenkarte in den ChipTAN-Generator einzuführen. Durch diese Aktion findet eine Aktivierung des Gerätes statt und die auf dem Bildschirm befindliche Grafik wird optisch ausgelesen. Zudem zeigt der Generator Ihnen die wichtigsten Details der geplanten Überweisung an. Nach Überprüfung müssen Sie die Transaktion bestätigen und erhalten eine seitens des ChipTAN-Generators erstellte TAN, die Sie wiederum online in die Überweisungsauftrags-Maske eingeben, wodurch die Überweisung verifiziert wird.

Das ChipTAN-Verfahren gilt heute als besonders sicher, was insbesondere auf den drei voneinander völlig getrennten Komponenten abhängig ist, nämlich:

  • ChipTAN-Generator
  • Online-Banking
  • Kundenkarte

HBCI: TAN-Verfahren mit vier Komponenten

Noch eine Komponente mehr als beim ChipTAN-Verfahren gibt es beim sogenannten HBCI. In diesem Fall benötigen Sie nämlich eine spezielle Software, ein Kartenlesegerät, Ihre persönliche Geheimzahl sowie eine Chipkarte. Aufgrund der Tatsache, dass das HBCI-Verfahren weniger von gewöhnlichen Privatkunden, sondern vielmehr von Geschäftskunden in Anspruch genommen wird, möchten wir an dieser Stelle nur kurz auf dieses TAN-Verfahren eingehen.

Ein großer Unterschied zu den übrigen TAN-Verfahren besteht vor allem darin, dass die Überweisung nicht online in der gewöhnlichen Maske vorbereitet wird, sondern im Zuge einer speziellen Finanzsoftware. Anschließend verbinden Sie den Kartenleser mit Ihrem Endgerät und schieben zudem die Chipkarte in den Kartenleser ein. Daraufhin müssen Sie sich identifizieren, was mithilfe Ihrer persönlichen Geheimzahl geschieht. Die verifizierte Überweisung findet durch den privaten Schlüssel Ihrer Chipkarte statt.

PhotoTAN-Verfahren: Scannen einer Grafik am Bildschirm

Ein noch relativ junges TAN-Verfahren ist das sogenannte PhotoTAN-Verfahren. In diesem Fall steht eine Grafik im Fokus, mittels derer eine sichere Übermittlung der TAN erfolgt. Das PhotoTAN-Verfahren funktioniert so, dass Sie zunächst wie gewohnt die Daten für Überweisung im Bereich der Online-Banking-Maske erfassen. Anschließend zeigt sich auf dem Monitor eine Grafik, die Sie anschließend mittels eines speziellen Lesegerätes oder alternativ einer PhotoTAN-App per Smartphone scannen. In beiden Fällen (App und Lesegerät) findet eine Entschlüsselung der Grafik statt, wodurch eine TAN generiert wird. Diese erfassen Sie in der Auftragsmaske und bestätigen so die Überweisung.

PushTAN-Verfahren: speziell für die Überweisung per Smartphone

Heute werden Überweisungen zwar online, aber immer häufiger mit dem Smartphone statt über den PC durchgeführt. Daher wurde mit der sogenannten PushTAN ein spezielles Verfahren für das mobile Banking mittels Smartphone ins Leben gerufen. Auch beim PushTAN-Verfahren erfassen Sie zunächst auf Ihrem Smartphone im Bereich des Online-Banking wie gewohnt die gewünschten Überweisungsdaten. Im Anschluss daran findet ein Wechsel in die durch ein Passwort geschützte PushTAN-App statt, mittels derer die Daten der Überweisung noch einmal zur Kontrolle auf dem Bildschirm angezeigt werden. Sie bestätigen die Daten, woraufhin eine TAN angezeigt wird. Die Transaktionsnummer geben Sie dann in Ihrer Online-Banking Maske an, wodurch die Überweisung verifiziert wird.

Welches TAN-Verfahren für welche Kunden?

Aufgrund der großen Auswahl an unterschiedlichen TAN-Verfahren stellt sich nahezu zwangsläufig die Frage, für welche Bankkunden welches aktuell gängige Verfahren am besten geeignet ist. Sicher ist bei allen TAN-Verfahren, dass sie sehr sicher sind. Demzufolge ist es stets eine Einzelfallentscheidung des Kunden, mit welchem Verfahren er sich am komfortabelsten fühlt. Viele Bankkunden bevorzugen beispielsweise nach wie vor das mTAN-Verfahren, weil dieses sehr einfach zu verstehen ist. Tätigen Sie hingegen Überweisungen fast ausschließlich von Ihrem Smartphone aus, bietet sich natürlich das PushTAN-Verfahren an. Möchten Sie hingegen das Verfahren mit der maximal höchsten Sicherheit nutzen, ist insbesondere das HBCI-Verfahren zu empfehlen.

 

Förderungen im Finanzbereich - aktuelle Übersicht ...
Der EuGH beschäftigte sich mit nicht offiziell sti...

© 2019 vv360.de - Unabhängiger Ratgeber für Versicherungen, Geldanlagen und Kredite -