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Was ist eine Stammaktie?

Braucht ein Unternehmen in kurzer Zeit hohe liquide Mittel, ist die Herausgabe von Stammaktien eine einfache Möglichkeit der Kapitalbeschaffung. Entsprechend sind Stammaktien am häufigsten verbreitet und für Anleger interessant. Für das Unternehmen ist übrigens die Geschäftsform „Aktiengesellschaft (AG)“ oder "Kommanditgesellschaft auf Aktien, kurz KGaA" zwingend erforderlich. Nur so können Aktien, gleich welcher Art, überhaupt erst herausgegeben werden.

Mit der Aktie verbundene Rechte

Mit dem Aktienkauf erhalten Sie nicht nur die Möglichkeit, Gewinn aus dem Unternehmen zu ziehen, Sie erhalten mit jeder Stammaktie auch ein Stimmrecht. Pro Aktie erhalten Sie genau eine Stimme, die Sie in den Hauptversammlungen der herausgebenden Aktiengesellschaft einsetzen können. Hat eine AG beispielsweise 1.000 Aktien herausgegeben, entspricht eine Aktie genau 0,1 Stimmenanteil im Unternehmen. Mit dem erworbenen Stimmrecht besteht unter anderem die Möglichkeit, an den Wahlen des Aufsichtsrats teilzunehmen oder über eine geplante Kapitalerhöhung abzustimmen. Da der Erwerb der Aktie ihren Inhaber praktisch zu einem der Besitzer des Unternehmens macht, steht ihm dadurch selbstverständlich auch ein Anteil am erwirtschafteten Gewinn zu, der entsprechend der Stimmanteile in Form einer Dividendenausschüttung erfolgt.

Für wen sind Stammaktien interessant?

Diese Aktien sind generell für jeden investitionsfreudigen Menschen interessant, der darüber nachdenkt, vorhandenes Kapital in Unternehmen zu investieren. Da Sie mit dem Aktienerwerb Gewinn erwirtschaften wollen, sollte die Prognose mittel- oder langfristig positiv bewertet werden. Wer kurzfristige Anlagen sucht, ist mit Stammaktien meist nicht gut beraten. Außerdem investieren auch größere Firmen und Banken oft in eine größere Anzahl dieser Aktienart, um in den regelmäßig stattfindenden Hauptversammlungen mit einer großen Anzahl von Stimmen Einfluss auf die wirtschaftliche Ausrichtung des Unternehmens nehmen zu können. Obwohl prinzipiell jeder Mensch Stammaktien erwerben kann, lohnt es sich häufig nur dann, wenn Aktien in größerer Stückzahl gekauft werden. Dementsprechend verteilen sich die meisten gehandelten Stammaktien im besonders solventen Marktbereich.

Vor- und Nachteile einer Stammaktie für Privatanleger/Unternehmen

Stammaktien übertragen Anteile des Unternehmens an die Besitzer der Aktien. Aus der Inhaberschaft dieser Aktienform ergeben sich, vor allem für Privatanleger, sowohl Vor- als auch Nachteile, die nachfolgend übersichtlich dargestellt werden.

Vorteile

  • Mit jeder Aktie erhält man eine Stimme bei Aktionärsversammlungen – ohne Wenn und Aber.
  • Vertrauen in die Anlage – orientiert man sich an Großinvestoren wie Banken und anderen Unternehmen, die diese Aktien in großer Stückzahl kaufen, kann man diesem Trend risikoarm folgen.
  • Mitbestimmungsrecht bei wirtschaftlich relevanten Entscheidungen der AG, zumindest bei ausreichend hohem Stimmrecht.
  • Entsprechend der Gesamtanzahl der herausgegebenen Stammaktien erhält jeder Aktionär pro gehaltener Aktie einen Anteil der Dividendenausschüttung – je mehr Aktien man hält, desto größer wird auch der anteilig zu erhaltende Betrag.

Nachteile

  • Aktives Eingreifen in die Entwicklung des Unternehmens ist realistisch betrachtet nur dann möglich, wenn ein relevanter Aktienanteil gehalten wird.
  • Für kurzfristige Kursgewinne sind Stammaktien nur selten geeignet, da der Schwerpunkt der Gewinnaussichten in der mittel- bis langfristigen Zukunft (Kursanstieg durch Unternehmenswachstum) liegt.

 

 

Was ist eine Vorzugsaktie?
Finanznews Mai 2017

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