Ratgeber Versicherungen und Finanzen

Informatives für Bauinteressenten, Bauherrn und Hausbesitzer.
Wir informieren regelmäßig über verschiedene Themen zu Haus, Garten, Bauen, Wohnen sowie Hausbau und Finanzierung.
5 minutes reading time (951 words)

Robo-Advisors - aktueller Trend am Kapitalmarkt

Insbesondere die Serviceangebote der zahlreichen Finanzdienstleister, die am Markt tätig sind, werden stets erneuert oder erweitert. Dies zeigt sich seit geraumer Zeit in Form eines Trends, der die Angebote im Bereich Vermögensverwaltung betrifft. Während früher die klassische Vermögensverwaltung mit einer persönlichen Beratung des Kunden vor Ort und einer anschließenden Verwaltung des Kapitals dominiert hat, treten mittlerweile immer mehr FinTech-Unternehmen am Markt auf, die sich als Robo-Advisors bezeichnen. Im Kern handelt es sich um Angebote, die eine professionelle Online-Vermögensverwaltung beinhalten. Ein grundlegender Unterschied zur klassischen Vermögensverwaltung besteht vor allem darin, dass Anleger das Angebot schon ab relativ geringen Mindestsummen in Anspruch nehmen können.

Welche Arten von Robo-Advisors existieren am Markt?

Robo-Advisors sind nicht ganz neu, sondern vorwiegend in den vergangenen zwei bis drei Jahren entstanden. Seit dieser Zeit finden sich immer mehr Anbieter aus dieser Sparte am Markt vor, sodass es mittlerweile über 15 Robo-Advisors gibt. Diese lassen sich in zwei große Gruppen einteilen, nämlich in Finanzvermittler und Anbieter, die eine vollumfängliche Vermögensverwaltung offerieren. In der zuletzt genannten Gruppe kann eine weitere Einteilung vorgenommen werden, nämlich danach, ob der Robo-Advisor einen aktiven oder passiven Anlageansatz verfolgt. Der aktive Anlageansatz beinhaltet, dass nicht nur mit ETFs gearbeitet wird, wie es beim passiven Anlageansatz der Fall ist. Stattdessen investiert der Robo-Advisor das Kapital der Anleger noch in weitere Finanzprodukte, wie zum Beispiel:

  • Staatsanleihen
  • Geldmarktpapiere
  • Aktien
  • Aktiv gemanagte Fonds
  • Immobilien
  • Edelmetalle

Der Vorteil besteht beim aktiven Anlageansatz vor allem darin, dass der Robo-Advisor - wenn es angebracht erscheint - Umschichtungen des Portfolios vornehmen kann. Diese sollen dazu führen, dass die gesamte Kapitalanlage stets optimiert ist, was Sicherheit und Rendite angeht. Beim passiven Anlageansatz ist es hingegen so, dass fast immer mit bestimmten ETFs gearbeitet wird, deren Zusammensetzung während der Anlagedauer im entsprechenden Portfolio auch nicht verändert wird.

Wie funktionieren Robo-Advisors eigentlich?

Unabhängig davon, ob Sie sich für einen Robo-Advisor mit einem aktiven oder passiven Anlageansatz entscheiden, funktioniert die Online-Vermögensverwaltung in aller Regel auf einer identischen Grundlage. Zunächst einmal möchte der Robo-Advisor ermitteln, in welche Risikoklasse der Kunde einzuordnen ist. Darauf basierend wird dann ein bestimmtes Portfolio mit einer entsprechenden Anlagestrategie vorgeschlagen. Um das Risikoprofil des Kunden und somit auch das passende Portfolio festzulegen, müssen bereits vor der Depoteröffnung einige Fragen beantwortet werden, die sich beispielsweise auf die folgenden Themen beziehen:

  • Anlageerfahrungen des Anlegers
  • Einstellung zu Chance und Risiko
  • Anlagedauer
  • Einkommen und Vermögen
  • favorisierte Finanzprodukte

In diesem Bereich arbeiten die Robo-Advisors mit verschiedenen Systemen. Manche Anbieter nehmen eine ausführliche Befragung des Kunden vor, um auf Basis der Antworten dann das Risiko-Profil nebst passendem Portfolio bzw. der optimalen Strategie für genau diesen Anleger festzulegen. Andere Online-Vermögensverwaltungen lassen den Kunden selbst festlegen, in welche Risikoklasse er einordnen würde. So kann beispielsweise über einen „Schieberegler“ das gewünschte Verhältnis zwischen Sicherheit und Rendite gewählt werden.

Was kostet die Online-Vermögensverwaltung?

Zwei wichtige Konditionen, die Sie als Anleger bei einem Robo-Advisor interessieren sollten, sind zum einen die Mindestanlage und zum anderen die Kosten, die jeder Anbieter für seine Dienste in Rechnung stellt. Was die Ersteinlage angeht, so haben sich die meisten Robo-Advisors dafür entschieden, entweder gar keine Mindesteinlage vorzugeben oder diese mit durchschnittlich 1.000 bis 5.000 Euro relativ gering anzusetzen. Dies ist gleichzeitig ein großer Vorteil der Online-Vermögensverwaltungen, denn in der klassischen Vermögensverwaltung sind Mindestvermögen zwischen 500.000 und zwei Millionen Euro keine Seltenheit.

Die Kosten betragen je nach Angebot und Robo-Advisor durchschnittlich zwischen 0,5 und 1,2 Prozent im Jahr. Meistens teilen sich diese Gesamtkosten auf verschiedene Einzelkosten auf, wie zum Beispiel Fondskosten, Verwaltungsgebühren und Transaktionskosten. Die Robo-Advisors sind bezüglich der Gebühren sehr transparent, sodass Sie die Anbieter sehr gut miteinander vergleichen können. Aufgrund der unterschiedlichen Kosten ist es an dieser Stelle – je nach Anlagevolumen – durchaus möglich, jährlich von mehreren Hundert bis über 1.000 Euro einzusparen.

Welche Vorteile haben Robo-Advisors?

Anleger werden sich vermutlich nicht für eine Online-Vermögensverwaltung entscheiden, wenn sie keinen Vorteil gegenüber einer klassischen Vermögensverwaltung oder der Tatsache sehen, dass man sich selbst um die finanziellen Geschicke kümmern könnte. Allerdings gibt es tatsächlich einige Vorteile, durch die sich Robo-Advisors insbesondere im Vergleich zur klassischen Vermögensverwaltung auszeichnen können, nämlich:

  • geringere Kosten
  • höhere Transparenz
  • oftmals größere Auswahl an Strategien / Portfolios
  • finanzmathematische Systeme zur Optimierung
  • für gewöhnlich keine Mindestvertragslaufzeit
  • geringeren Mindesteinlage

Aufgrund dieser Vorteile werden Robo-Advisors insbesondere von Sparern, Kleinanlegern und Anlegern mit einem mittleren Vermögen gewählt, welche die Dienste einer klassischen Vermögensverwaltung aufgrund der dort vorherrschenden deutlich höheren Mindestanlagesummen gar nicht in Anspruch nehmen könnten. Bestens geeignet sind diese Anbieter zudem für Kunden, die sich nicht selbst um die finanziellen Geschicke kümmern möchten, sondern der Vermögensverwaltung eher zutrauen, mit dem angelegten Kapital eine gute Rendite zu erwirtschaften.

Welche Nachteile besitzen Robo-Advisors?

Neben den genannten Vorteilen gibt es auch einige wenige Nachteile, die Sie vor der Wahl eines Robo-Advisors beachten sollten. Den wohl größten Nachteil sehen Anleger, die sich gegen die Online-Vermögensverwaltung entscheiden darin, dass keine persönliche Beratung von Mensch zu Mensch stattfindet, wie es bei der klassischen Vermögensverwaltung oft der Fall ist. Daraus resultiert unter anderem, dass die Vermögensverwaltung nie so individuell auf die Wünsche und Ziele des Anlegers eingehen kann, wie es bei den klassischen Anbietern der Fall ist. Zwar nutzen die meisten Robo-Advisors mittlerweile immer „feinfühligere“ Systeme, beispielsweise durch sehr viele Fragen an den Anleger. Letztendlich findet der gesamte Vorgang aber dennoch online statt.

Während menschliche Vermögensverwalter vor Ort auch einmal zwischen den Zeilen die Ziele der Kunden erkennen können, welche diesen vielleicht selbst noch gar nicht bewusst sind, ist das bei der technischen Umsetzung durch die Robo-Advisors nicht möglich. Was die durchschnittliche Performance angeht, so lässt sich nicht pauschal festhalten, dass entweder die Robo-Advisors oder die klassischen Vermögensverwaltungen einen „besseren“ Wert erzielen. Dies ist definitiv vom jeweiligen Anbieter und der entsprechenden Marktsituation abhängig. Aber natürlich hat auch das Risikoprofil des Kunden Auswirkungen auf eine mögliche Rendite.

 

Dividendenstrategie: Mit gutem Ertrag in ausgewähl...

© 2018 vv360.de