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Wer benötigt eigentlich eine Pokémon-Go-Versicherung?

In Deutschland haben seit dem Start am 13. Juli 2016 mehr als 7,7 Millionen Menschen das Spiel Pokémon Go auf ihr Smartphone heruntergeladen. Marktforscher gehen davon aus, dass davon 7 Millionen regelmäßig aktive Spieler sind. Vor allem in größeren Städten sieht man einzeln oder in Gruppen Spieler, die mit gesenktem Kopf und dem stetigen Blick auf ihr Smartphone-Display die kleinen Pixelmonster jagen, die überall verteilt sind. Im Durchschnitt beschäftigen sich Nutzer pro Tag 43 Minuten mit diesem Spiel – länger als mit Instagram, WhatsApp oder Snapchat.

Der Hype um Augmented-Reality ist nicht ungefährlich

Die Medien melden immer wieder Unfälle, die von Pokémon-Go-Spielern verursacht wurden, die vertieft in das Spiel den Sinn für ihre Umgebung verloren haben: Sie fallen in Teiche, stürzen von Klippen und verursachen Verkehrsunfälle. Solche Szenarien lassen die Versicherungsbranche nicht unbeeindruckt. Zuerst sprang der Berliner Versicherungsmakler Knip auf den Zug auf. Er bietet in seiner Knip-App eine Pokémon-Versicherung an, die für Neukunden, die sich zwischen dem 29. Juli und 15. August 2016 anmeldeten, sogar kostenlos war. Jetzt hat auch die Barmenia Versicherung in einer Kooperation mit dem InsurTech-Startup Kasko ein sehr ähnliches Angebot auf den Markt gebracht, das sich ebenfalls an Pokémon-Go-Spieler richtet.

Das bieten die Pokémon-Go-Versicherungen

Beide Anbieter haben ihrem Produkt den Namen Trainer-Schutz gegeben. Für jährlich 35 Euro bieten sie 30.000 Euro bei Invalidität und 10.000 Euro im Todesfall. Im Falle eines Rettungs-, Such- oder Bergungseinsatzes werden bis zu 10.000 Euro der Kosten übernommen. Gleich ist auch die Laufzeit: Der Trainer-Schutz wird für ein Jahr abgeschlossen und läuft dann automatisch aus. Eine Gesundheitsprüfung und eine Altersbeschränkung sind in beiden Fällen nicht vorgesehen. Die Barmenia Versicherung bietet über dieses Leistungsspektrum hinaus noch eine Gliedertaxe. Hiermit wird die Funktionsweise einzelner Körperteile abgesichert.

Ist eine Pokémon-Go-Versicherung wirklich nötig?

Die zugesagten Versicherungsleistungen sind sehr niedrig, so erklärt sich auch der geringe Beitrag. Wer eine normale private Unfallversicherung abgeschlossen hat, ist bereits voll abgesichert gegen die Risiken, die mit den neuen Versicherungsarten abgedeckt werden, allerdings mit besseren Leistungen. Beide Anbieter räumen denn auch ein, dass sie vor allem junge Menschen, die sich mit dem Thema Versicherungen bislang noch nicht ernsthaft beschäftigt haben, ansprechen wollen. Das Stichwort heißt also Neukundengewinnung.

Versicherungsexperten bewerten den Trainer-Schutz grundsätzlich eher skeptisch.

Sie bemängeln nicht nur die geringen Leistungen, die insbesondere bei einer viele Folgekosten nach sich ziehenden Invalidität gezahlt werden, sondern empfehlen, dass sich Verbraucher nicht nur kurzfristig absichern sollten. Außerdem ist davon auszugehen, dass Pokémon-Go-Spieler, die sich so intensiv mit dem Spiel beschäftigen, dass sie alles um sich herum vergessen, im Ernstfall deutlich höheren Risiken ausgesetzt sind, als sie die neuen Policen bieten. Für sie ist auf jeden Fall eine hochwertige Unfallversicherung die beste Wahl.

Übrigens: Schäden, die die Spieler selbst anrichten, sind in keiner der beiden Versicherungen enthalten. Da auch hier die Wahrscheinlichkeit jedoch recht hoch ist, Dritte während des Spielens zu schädigen, ist der Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung unbedingt nötig.

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