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Niedrigzinsphase – häufig falsche Entscheidungen bei der Geldanlage

In der bereits seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsphase ist es für deutsche Anleger wichtig, bezüglich ihrer Kapitalanlagen umzudenken. Dies betonte kürzlich auch der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi. So sagte er beispielsweise, dass die Sparer umdenken müssen und nicht in dieser Niedrigzinsphase größere Summen auf dem Sparbuch oder auf dem Tagesgeldkonto anlegen sollten. Da viele Deutsche allerdings an ihrem typischen Sparverhalten, nämlich der äußerst sicheren Anlage des Kapitals auf Sparkonten, festhalten, droht zahlreichen Bürgern spätestens mit Eintritt ins Rentenalter die Armut.

Anleger in Deutschland verhalten sich größtenteils falsch

Die aktuell veröffentlichten Zahlen des Investmentverbandes BVI zeigen es deutlich: Viele Anleger und Sparer in Deutschland verhalten sich komplett falsch, indem sie einerseits Aktien und Aktienfonds verkaufen, um auf der anderen Seite Gelder in zwar sehr sichere, aber vollkommen unrentable Produkte wie Tages- oder Festgelder zu investieren. Dabei wären gerade Aktien und Aktienfonds eine Möglichkeit, wie sich auch in der Niedrigzinsphase noch eine durchschnittlich attraktive Rendite erzielen lässt. Beliebt sind hingegen offene Immobilienfonds und Mischfonds, die zum Teil aus Aktien und ebenso zu einem größeren Teil aus Rentenpapieren bestehen. Zwar erzielten diese Investmentfonds in der Vergangenheit durchaus gute Rendite. Auf die aktuelle Situation trifft dies jedoch nicht mehr zu.

 

Häufiger Anlagefehler: Nur die vergangene Wertsteigerung betrachten

Eine Erklärung dafür, dass das Anlageverhalten vieler Deutschen derzeit falsch ist und das Risiko späterer Altersarmut erhöht, ist das Betrachten vergangener Wertentwicklungen. So konnten beispielsweise offene Immobilienfonds und auch Mischfonds in der Historie gute Erträge erzielen, jedoch ist dies mittlerweile schon seit mehreren Jahren nicht mehr der Fall. Trotzdem entscheiden sich nach wie vor zahlreiche Anleger neben Spar- und Termineinlagen genau für diese Produkte, obwohl gerade Anleihen aktuell kaum noch mit einer nennenswerten Rendite ausgestattet sind. Im Gegenteil: Insbesondere Mischfonds verlieren in der jungen Vergangenheit sogar häufig an Wert, weil die Anleihen kaum noch zählbare Erträge abwerfen und deren Kurse zudem inzwischen ähnlich volatil wie Aktienkurse sind.

 

Kursschwankungen nicht nur als Gefahr ansehen

Neben der Auswahl unrentabler Finanzprodukte besteht ein weiterer Fehler beim Sparen in der Niedrigzinsphase darin, insbesondere Kursschwankungen an der Börse ausschließlich als Gefahr anzusehen. Für kurzfristige Investments sind solche größeren Kursschwankungen sicherlich ein Risiko. Wer als Anleger jedoch langfristig orientiert ist, für den beinhaltet die Volatilität sogar Chancen, nämlich eine höhere Rendite zu erzielen. Langfristig betrachtet kann das „Auf und Ab“ der Kurse an der Börse nämlich positiv genutzt werden, um beispielsweise auf einem niedrigeren Kursniveau einzusteigen und somit den Gesamtertrag zu erhöhen. Trotz dieses einleuchtenden Argumentes halten nach wie vor viele Millionen Bundesbürger an ihren geliebten Zinsprodukten fest und sparen fleißig auf Festgeld-, Tagesgeld- oder Sparkonten an. Ein generelles Umdenken scheint hier dringend erforderlich. Nach Meinung der meisten Finanzexperten setzt dies jedoch zwingend voraus, dass die Schwankungen am Aktienmarkt akzeptiert und nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen werden.

 

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