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Kredit mit bonitätsabhängigen Zinsen vs. Kredit mit bonitätsunabhängigen Zinsen

Die Zinsen sind seit Jahren so niedrig wie nie. Parallel dazu boomt die Wirtschaft. Es geht den Deutschen sehr gut – Arbeitslosigkeit ist kaum wirklich existent und auch die Preise für Genuss- und Luxusgüter sind in den letzten Jahren nicht ernsthaft gestiegen. Da ist es kein Wunder, dass viele Menschen sich gern immer mal wieder zwischendurch etwas leisten möchten. Vor allem in Zeiten, in denen Kredite so günstig sind, wird dabei auch immer wieder gern auf einen Kredit zurückgegriffen, um bei Bedarf Geld zur Verfügung stehen zu haben. Unter den klassischen Verbraucherdarlehen gibt es dabei zwei Darlehensvarianten, die sich in den Kosten deutlich voneinander unterscheiden. Das eine sind die Kreditangebote mit bonitätsabhängigem Zinssatz. Das andere sind Kreditangebote ohne bonitätsabhängigen Zinssatz.

Was ist eigentlich mit Bonität gemeint und wie wird diese geprüft?

Bonität meint im normalen Sprachgebrauch die Zahlungsfähigkeit. Bei der Bonitätsprüfung der Banken geht es aber nicht nur um die reine Zahlungsfähigkeit. Sondern auch um das Zahlungsverhalten der Person in der Vergangenheit. Für eine Bonitätsprüfung bei der Bank bedarf es zu aller erst einer Selbstauskunft. In dieser muss der Kreditnehmer offenlegen, wie hoch genau sein monatliches Einkommen ist, was für Kosten er hat, ob es weitere Kredite gibt etc. Dazu gehören auch Angaben über den Familienstand. Wie viele Kinder sind unterhaltsberechtigt? Wie hoch ist die monatliche Miete? Wenn diese Fragen geklärt sind, wird geprüft ob von dem Einkommen nach Abzug aller Kosten noch etwas übrigbleibt. Ist die verbleibende Summe hoch genug, um die Kreditrückzahlung sicherzustellen, könnte der Kredit eigentlich gewährt werden. Doch in dieser Situation gehen die Banken noch einen Schritt weiter und holen sich von einer entsprechenden Auskunftei, wie beispielsweise der Schufa, konkrete Informationen zu dem Kunden selbst und zu seinem dort gespeicherten Zahlungsverhalten. Eine Kombination aus all diesen Informationen führt am Ende zu der Entscheidung, ob der Kredit vergeben werden soll oder nicht.

Wo liegt der Unterschied zwischen bonitätsabhängigen Zinsen und bonitätsunabhängigen Zinsen?

Bei den meisten Kreditangeboten klassischer Hausbanken findet man Angebote, die einen bonitätsabhängigen Mindestzinssatz ausgeben. Zwar gibt es gesetzliche Regelungen, um sicherzustellen, dass das Werbeangebot am Ende des Tages wirklich repräsentativ ist – doch in vielen Fällen landen die Banken doch oberhalb des Satzes, den sie fleißig bewerben.

Wenn dann ein bonitätsabhängiger Zinssatz bei 3,2 % beginnt und bis zu 10,8 % in die Höhe gehen kann, dann wird der Zinssatz eines Kreditnehmers, der nach Abzug der Kreditrate nur noch wenig finanziellen Spielraum hat, deutlich höher liegen, als der eines Kreditnehmers mit einem hohen fünfstelligen oder gar einem sechsstelligen Jahresgehalt. Das Problem bei dieser Rechnung: Diejenigen, die ohnehin schon vergleichsweise wenig Geld zur Verfügung stehen haben, zahlen für das geliehene Geld deutlich mehr, als Menschen, die höhere monatliche Einnahmen haben.

Durch die Abhängigkeit der Zinshöhe von der Bonität, versuchen viele Banken ihr Ausfallrisiko zu minimieren. Je schlechter die Bonität desto größer die Gefahr, dass der Kreditnehmer vielleicht irgendwann den Kredit nicht mehr zur Gänze zurückführen kann. Dieses Risiko lassen sich die Banken durch höhere Zinsen fürstlich entlohnen.

Im Fall eines Kredits mit bonitätsunabhängigen Zinsen hingegen, ist der Zinssatz immer gleich. Hier ist es egal, welches Einkommen der Darlehensnehmer hat und wie hoch seine laufenden Kosten sind – zumindest, wenn es um die Festlegung der Zinsen geht. Allerdings sind die Banken, die einen bonitätsunabhängigen Kredit anbieten in der Regel wählerischer, wenn es darum geht, wer einen Kredit erhält und wer nicht. Hier muss beispielsweise von vorn herein eine gute Bonität nachgewiesen werden. Bei einer eher schwachen Bonität ist oftmals mit einer Absage zu rechnen – allein schon, weil die Bank keinen Ausgleich für das höhere Wagnis bei der Kreditvergabe erhält.

Vor- und Nachteile der jeweiligen Kreditlösung

Beide Varianten haben ihre Vor- und ihre Nachteile. Die günstigere Variante ist natürlich in der Regel die Kreditlösung mit bonitätsunabhängigen Zinsen. Wobei es auch hier Ausnahmen gibt. So fängt die Zins-Range bei bonitätsabhängigen Krediten in der Regel noch niedriger an, als die Zinsen der bonitätsunabhängigen Kreditlösung angesetzt sind. Das bedeutet, dass jemand mit einem sehr guten Einkommen und einer tadellosen Schufa-Auskunft mit einem bonitätsabhängigen Zinssatz sogar ein gutes Geschäft machen könnte.

Vor- und Nachteile

1. Bonitätsabhängige Zinsen

Vorteile

  • Ist in der Regel leichter zu bekommen – auch für Personen mit niedrigerem Einkommen
  • Die Kreditentscheidung wird in der Regel sehr schnell getroffen.
  • Wer über eine sehr gute Bonität verfügt, kann hier vielleicht sogar das günstigere Angebot erzielen

Nachteile

  • Die Zinsen können verhältnismäßig hoch ausfallen
  • Ist in den meisten Fällen unter dem Strich eine deutlich teurere Lösung
  • Hierbei werden die Haushalte, die ohnehin schon ein niedrigeres Einkommen haben, durch höhere Zinsen im Endeffekt benachteiligt.

2. Bonitätsunabhängige Zinsen

Vorteile

  • In der Regel deutlich günstiger als die meisten Angebote mit bonitätsabhängigem Zinssätze.
  • Die Zinsen sind festgeschrieben und damit von Anfang an absolut transparent.
  • Kann sehr gut zur Umschuldung genutzt werden, da der auf diese Art aufgenommene Kredit zumeist mit geringeren Kosten verbunden ist, als die meisten bestehenden Kredite.

Nachteile

  • Viele Banken die einen bonitätsunabhängigen Zinssatz anbieten, tun sich schwer an Kunden mit einer schlechten Bonität Kredite zu vergeben.
  • Diese Kredite sind oftmals nicht ohne fällige Vorfälligkeitsentschädigung vorzeitig ablösbar.

Fazit: Was macht mehr Sinn – ein Kredit mit oder ohne bonitätsabhängige Verzinsung?

Das kommt ganz auf die Situation des Kreditnehmers an. Wer mit einer guten Bonität daherkommt und sich im Zahlungsverkehr in der Vergangenheit nichts hat zu Schulden kommen lassen, der wird problemlos einen Kredit ohne bonitätsgebundene Zinssätze bekommen.

Wer allerdings ohnehin nur eine mittelmäßige Bonität hat, sich aber trotzdem sicher ist, dass er sich den Kredit leisten kann, wird mit Sicherheit eher ein Angebot mit bonitätsabhängigen Zinsen erhalten.

Wer allerdings die Wahl hat, sollte sich auf jeden Fall für die Variante mit den festen Zinsen entscheiden. Allein schon, weil bei dem Kredit mit bonitätsabhängigen Zinsen unter dem Strich meist deutlich höhere Gesamtkosten anfallen.

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