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Renten in Deutschland: Kollabiert das gesetzliche Rentensystem?

Als einst der Arbeitsminister Norbert Blüm mit den Worten "Die Rente ist sicher" ein Novum im Sozialstaat Deutschland gesetzt hat, haben die Menschen dieser Aussage noch absolut vertraut. Das Land befand sich im Aufschwung und die Generationen der Babyboomer ließen zuversichtlich in die Zukunft blicken. Allerdings hat sich dies in den letzten Jahren immer stärker verändert. Der demografische Wandel verdeutlicht schon länger die Probleme mit der Rentenversicherung. Und durch Änderungen in der letzten Zeit scheint die Rente noch unsicherer zu sein, als selbst kritische Experten bisher angenommen haben.

 

Schrumpfende Rücklagen in der Rentenversicherung

Dass es Probleme mit der Rentenversicherung und der allgemeinen Altersvorsorge gibt und geben wird, ist bereits seit längerer Zeit ein wichtiges und viel diskutiertes Thema in Deutschland. Besonders die Altersarmut bei vielen Arbeitern hat schon in den letzten Jahren gezeigt, dass die Versorgung mit der normalen gesetzlichen Vorsorge seine Lücken hat. Allerdings könnte mit den letzten Änderungen auch die breite Masse von den verschiedenen Lücken in der Rentenversicherung getroffen werden. So hat zum Beispiel die sogenannte Nahles-Rente einen deutlichen Einfluss auf die Kosten. Mit der neuen Rente ist es unter bestimmten Umständen möglich bereits mit 63 die Rentenversicherung in Anspruch zu nehmen und auch Mütter haben einen gesetzlichen Anspruch, ohne entsprechende Einzahlungen im Laufe ihres Lebens vorgenommen zu haben. Mit den zusätzlichen Kosten werden vor allem die Rücklagen in der Rentenversicherung angegriffen.

Ein Problem liegt darin, dass deutlich mehr Menschen das Angebot von Ministerin Nahles in Anspruch nehmen, als man am Anfang gedacht hätte. Immer mehr Menschen nehmen die Leistungen der Altersvorsorge deutlich früher in Anspruch, wodurch Beitragsjahre fehlen und Summen früher ausgezahlt werden müssen. Selbst dann, wenn die Rücklagen in den nächsten Jahren noch stabil bleiben, werden zumindest die Abgaben in einem absehbaren Zeitraum wieder steigen. Erst nach der kurzen Senkung dürfte damit das Niveau wieder zurückgeschoben werden, um die Kosten für die neuen Leistungen rund um die Altersvorsorge zu deckeln.

Auch bei den Rücklagen muss aufgepasst werden: Binnen von wenigen Monaten ist das Sparniveau von 1,9 Monatszahlungen auf 1,7 Monatszahlungen gesunken. Experten sehen hier zwar keine Gefahr, allerdings ist es ein weiterer Indikator für die Probleme mit der Versicherung. Für die Verbraucher und Einzahler ist es wichtig, dass sie sich jetzt mit Szenarien beschäftigen, in denen sie selbst auf ihre Vorsorge für das Alter achten müssen. Zum Glück gibt es hier eine Vielzahl von interessanten Produkten.

 

Private Altersvorsorge als wichtige Ergänzung


Natürlich wird es nicht bereits morgen zu einem Kollaps des Systems kommen. Allerdings zeigen der demografische Wandel und die verschiedenen Warnzeichen der heutigen Zeit, dass man darauf achten muss, wie die Entwicklung in den nächsten Jahren vorangehen wird. Im schlimmsten Fall kommen die Bürger nicht mehr an alle ihre Finanzen, die sie im Laufe der Jahre in die Versicherung einbezahlt haben. Oder aber das Alter für den Eintritt in den Ruhestand wird noch einmal erhöht. Noch schlimmer ist es natürlich, wenn man nicht dauerhaft in einem Verhältnis als Angestellter war, sondern auch noch über einen gewissen Zeitraum als Unternehmer oder Freiberufler tätig war.  Für alle diese Gruppen ist ein Punkt wichtig: Eine Vorsorge, die nicht vom staatlichen System abhängig ist.

Mit der Rürup- und der Riester-Rente stehen gleich zwei Systeme zur Verfügung, die auf der einen Seite für Unternehmer aber auch für Angestellte interessant sind. Mit diesen Systemen schafft man sich weitere monatliche Zahlungen für die private Altersvorsorge. Natürlich bieten sich auch Klassiker wie die Lebensversicherung oder das Investment in Immobilien an. Wichtig ist nur, dass man sich in der heutigen Zeit nicht mehr alleine auf das staatliche System der Rentenversicherung verlässt.

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