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Finanznews Juni 2016

Die ersten Wochen des Monats Juni 2016 wurden von der positiven Entwicklung des Dax und zahlreicher anderer Indizes an der Börse regelrecht gefeiert. Der Dax legte einige Tage in Folge teilweise um mehr als 2% zu und notierte kurz vor dem Ende der vorletzten Woche im Juni 2016 bei über 10.200 Zählern.

Die Bekanntgabe des Ergebnisses der „Brexit“ Entscheidung führte dazu, dass die Kursgewinne der vergangenen Tage binnen weniger Minuten verflogen waren. Einige Aktien notierten über 10% im Minus und die Frage, wie es mit Europa weitergeht, wurde nicht nur an den Börsen heiß diskutiert.

 

Wirtschaftlichen Konsequenzen des Brexit

Die Konsequenzen des „Brexits“ ist ein Thema, über das derzeit viele  Menschen in der Wirtschaft diskutieren. Noch ist es schwer, abzuschätzen, welche Folgen der Ausstieg Großbritanniens aus der europäischen Union hat, aber erste Analysen gibt es bereits.

Vorab sei gesagt, dass zwar viele Experten mehr als überrascht waren, dass für den Brexit gestimmt wurde, eine weltweite Finanzkrise wird jedoch nicht erwartet. Nicht nur politisch, sondern vor allem wirtschaftlich könnte der Brexit für Großbritannien ein Nachspiel haben. Zahlreiche Experten, wie z.B. der Industrieverband CBI halten es für möglich, dass die Wirtschaftskraft Großbritanniens in den kommenden Jahren um 5,5% niedriger ausfallen könnte.
Der Brexit kann für die Insel mehr als teuer werden, zudem stehen knapp 1 Millionen Arbeitsplätze in Gefahr (Quelle CBI: http://news.cbi.org.uk). Auch bei der OECD wird von einem etwa 3% niedrigerem Ergebnis der Wirtschaft bis 2020 gesprochen, welches sich bis 2030 noch ausdehnen könne (Quelle OECD: http://www.oecd.org) . Die jährliche Mehrbelastung je Haushalt liegt bei über 4.000 Euro.

 

Welche psychologischen Folgen kann der Brexit für Großbritannien haben?

Die Psychologie der Menschen spielt auch bei der Entwicklung der Wirtschaft Großbritanniens nach dem Brexit eine wichtige Rolle. So ist es denkbar, dass aus Sorge vor Unsicherheiten deutlich weniger investiert wird und die Menschen mehr Geld sparen. Investoren und Firmen, die innerhalb der EU arbeiten, könnten vielleicht lieber in anderen Ländern aktiv werden. Die Konjunktur in Großbritannien könnte deutlich abnehmen.

 

Währungen und Aktien – spontane Reaktionen der Börse

Kurz nach der Bekanntgabe des Brexits fielen die Aktienkurse in Europa teilweise um bis zu 10%, erholten sich aber binnen weniger Tage wieder leicht. Die Währung Pfund viel sogar zweistellig gegenüber dem US Dollar und notierte bei 1,33 Dollar. Zuletzt gab es diesen Stand im Jahr 1985. Auf lange Sicht ist davon auszugehen, dass sich die Märkte wieder erholen. Es ist jedoch möglich, dass zahlreiche Anleger, die in britische Unternehmen investiert haben jetzt auf andere Firmen setzen, die z.B. in der EU oder in Deutschland ihren Sitz haben. Der hohe Abschlag an der Börse kann auch damit begründet werden, dass die Erwartungen waren, dass Großbritannien in der EU verbleibt.
Bei großen Unternehmen in Großbritannien könnte der derzeitige Kursabschlag sogar eine Chance zum Einstieg sein. Bedingt durch den Kurssturz und das günstige Pfund kann hier preiswert eingekauft werden. Gleichzeitig ist anzumerken, dass viele im FTSE-100 gelisteten Unternehmen im Export aktiv sind. Deren Waren können aktuell im Ausland erheblich preiswerter erworben werden.

 

Dax Werte. die durch den „Brexit“ besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden

Der im Juni 2016 beschlossene „Brexit“ führte in Deutschland dazu, dass vor allem zahlreiche Bankentitel in den Indizes massive Kursverluste erlitten.

Deutsche Bank und Commerzbank verloren mehr als 10 Prozent

Die Aktie der Deutschen Bank stürzte in der Spitze über 13% ab und notierte bei rund 13,50 Euro. Auch die Aktie der Commerzbank fiel über 12% und notierte zwischenzeitlich bei 6,20 Euro. Viele andere Bankentitel, wie z.B. die Aareal Bank (MDax) oder die Comdirect Bank (SDax) erlitten herbe Verluste.

Automobilwerte

Im Bereich der Automobilwerte fiel die Aktie von Daimler auf teilweise unter 53 Euro und dürfte somit angesichts der attraktiven Dividendenrendite von über 5% mehr als gefragt sein.
Auch andere Automobilwerte, wie z.B. die Volkswagenaktie oder die BMW Aktie büßten an Wert ein.
Die VW Aktie fiel zeitweise um mehr als 10% und notierte bei 111 Euro. Im Laufe des Vormittages legte sie jedoch wieder leicht zu. Bei BMW notierte der Kurs rund 8% unter dem Vortageswert bei unter 70 Euro.

Zeal Network verlor im Verlauf bis zu 8 %

Die bei deutschen Anlegern beliebte Aktie von Zeal Network aus Großbritannien verlor teilweise ebenfalls über 8% und notierte bei 31 Euro. Auch hier kam es im Verlauf des Tages zu einer leichten Erholung. Der Dividendentitel (2,80 Euro Dividende im Jahr, quartalsweise Ausschüttung) bietet aktuell eine Rendite von 7 bis 9% p.a., je nach Einstiegszeitpunkt.

 

Mit Spannung erwartet- die Hauptversammlung des VW Konzerns

Entschuldigung von Volkswagen wird von den Aktionären mürrisch entgegengenommen.
Die Hauptversammlung des VW Konzerns wurde im Jahr 2016 deutlich später abgehalten, als es in den vorangegangenen Jahren der Fall gewesen ist. Das liegt unter anderem an der Aufarbeitung des Abgasskandals und daran, dass noch immer nicht abgeschätzt werden kann, welche Folgekosten und Klagen dieser mit sich ziehen wird.
Während der Hauptversammlung entschuldigte sich der VW Vorstand für die Vorkommnisse der Vergangenheit und kündigte an, in Zukunft vor allem auf die Elektromobilität zu setzten und aus VW einen weltoffenen Konzern zu machen. Bei der Entlastung des Vorstandes durch die Aktionäre wurde dieser wie zu erwarten durch die Großaktionäre Porsche-Holding PSE sowie durch die Familie Piëch entlastet. Ein Zeichen setzte das Land Niedersachsen, welches sich ebenfalls als Großaktionär bei der Entlastung des Vorstandes enthielt und nicht votierte.

 

Banken bieten Girokonto Neukunden attraktive Anreize zum Wechsel

Neukunden, die sich für ein Girokonto bei einer Bank entscheiden, erhalten auch im Juni 2016 attraktive Prämien bei entsprechender Aktivität gutgeschrieben.

  • 120 € Prämie bei der 1822direkt
    So bietet die 1822direkt (Online Tochter der Frankfurter Sparkasse) ihren Kunden 120 Euro Prämie nach einer Dauer von 5 Monaten, wenn in den vorausgegangenen 4 Monaten mindestens 2x ein Gehaltseingang in Höhe von mindestens 500 Euro je Eingang verzeichnet wird. Alternativ muss mindestens 250 Euro BAföG eingehen, so dass das Girokonto auch für Studenten bestens geeignet ist. Die Kontoführung ist ab einem beliebig hohen monatlichen Geldeingang kostenfrei, alternativ sind es 3,90 Euro je Monat, die veranschlagt werden.

  • Comdirect wirbt mit 50 Euro Startguthaben
    Auch bei der Comdirect erhalten Neukunden nach 3 Monaten 50 Euro Startguthaben, wenn sie mindestens in diesen 3 Monaten mindestens 5 Transaktionen mit jeweils mindestens 25 Euro vollziehen. Zusätzlich gibt es 50 Euro Prämie, wenn sie das alte Gehaltskonto kündigen.

 

Anlagezinsen bei Tagesgeldkonten sinken im Juni 2016 erneut

Die Anlagezinsen der Tagesgeldkonten sind im Juni 2016 erneut gesunken. Zahlreiche Banken verzichten inzwischen komplett auf Neukundenaktionen und zahlen Bestandskunden etwa 0,60 bis 0,70% Zinsen p.a. aus.

Die Opel Bank senkt zum 29. Juni 2016 erneut den Tagesgeldzinssatz von 0,70% Zinsen p.a. auf 0,60% Zinsen p.a. mit anteilig monatlicher Auszahlung der Zinsen.

Bei der Renault Direkt Bank sowie bei der PSA Direktbank erhalten die Kunden aktuell noch 0,70% Zinsen p.a. gutgeschrieben. Zudem bietet die Renault Direkt Bank binnen der ersten 3 Monate allen Neukunden 0,90% Zinsen p.a. an.

Bei der VW Bank erhalten Neukunden derzeit 1,10% Zinsen p.a. für 4 Monate gutgeschrieben. Die Zinsgutschrift erfolgt anteilig einmal im Monat. Es dürfen maximal 100.000 Euro zu dieser Verzinsung angelegt werden. Nach den 4 Monaten wird der Zinssatz auf den dann gültigen Standardzins gesenkt, der aktuell bei 0,30% Zinsen p.a. liegt.

Finanznews Juli 2016
Finanznews Mai 2016

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