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Diese zehn häufigsten Fehler bei der Geldanlage sollten Sie vermeiden

In Zeiten niedriger Zinsen ist es für zahlreiche Anleger nicht ganz einfach, die passende Kapitalanlage zu finden. Bei der Suche und späteren Nutzung der Geldanlage werden leider häufig Fehler gemacht, die zu verringerten Renditen oder sogar zu unnötigen Verlusten führen können. Wir möchten daher gerne im folgenden Beitrag zehn häufige Fehler bei der Kapitalanlage nennen und Ihnen gerne Tipps geben, wie Sie diese Fehler möglichst vermeiden können.

Angebote nicht vergleichen

Ein erster Fehler wird deutlich häufiger gemacht, als man zunächst vermuten könnte. Er besteht darin, die Angebote im Bereich der Kapitalanlage nicht miteinander zu vergleichen. Allzu viele Anleger vertrauen ihrer Hausbank, dass diese ihnen schon die besten Angebote machen wird. Dabei zeigen Untersuchungen immer wieder, dass die klassischen Hausbanken in den meisten Fällen nicht die besten Angebote haben. Dies zieht sich im Grunde durch alle Anlageprodukte, angefangen von Sparkonten bis hin zu alternativen Geldanlagen. Daher lautet ein Ratschlag, stets mehrere Angebote für das gleiche Anlageprodukt miteinander zu vergleichen.

Gesamtes Kapital in ein Finanzprodukt investieren

Nur sehr selten ist es sinnvoll, dass Sie Ihr gesamtes zu Investitionszwecken verfügbares Kapital in ein einzelnes Finanzprodukt investieren. Sowohl unter Sicherheitsaspekten als auch bezüglich der Rendite ist es selten der Fall, dass Sie mit einem einzelnen Anlageprodukt ein optimales Verhältnis aus Sicherheit und Rendite generieren. Investieren Sie Ihr gesamtes Vermögen beispielsweise auf einem Festgeldkonto, ist das Geld sehr sicher angelegt, aber nur mit einer geringen Rendite ausgestattet. Kaufen Sie hingegen für Ihr Kapital eine einzelne Aktie, kann dies war zu einer guten Rendite führen, aber das Risiko ist relativ hoch.
Diesen Fehler können Sie leicht vermeiden, indem Sie Ihr Kapital auf mehrere unterschiedliche Anlageprodukte streuen, was man auch als Diversifizierung bzw. Diversifikation bezeichnet. Verfügen Sie beispielsweise über ein Anlagevolumen von insgesamt 30.000 Euro, könnten Sie beispielsweise 10.000 Euro sicher auf einem Festgeldkonto anlegen, für 10.000 Euro Aktien erwerben und die restlichen 10.000 Euro auf unterschiedliche Investmentfonds verteilen.

Aktien als generell zu riskant betrachten

Auch wenn dies viele Anleger überraschen wird: Aktien gehören nach wie vor zu den besten Kapitalanlagen, mit denen sich sehr gute Renditen erzielen lassen. Leider machen zahlreiche Anleger allerdings den Fehler, Aktien generell als risikoreiches Investment und häufig sogar als reine Spekulation anzusehen. Für einen kurzfristigen Anlagehorizont trifft dies sicherlich zu, nicht aber unter der Voraussetzung, dass Sie Ihr Kapital für mindestens zehn Jahre anlegen möchten. Innerhalb dieser Zeit war es in der Vergangenheit nämlich nur selten der Fall, dass Sie mit einem Aktien-Investment Verluste erlitten haben. Stattdessen waren eher Renditen zwischen jährlich sechs bis acht Prozent an der Tagesordnung. Ein Tipp lautet daher definitiv, Aktien als Anlageform eine Chance zu geben und dann bei einem langfristigen Anlagehorizont von einer guten Mischung aus Rendite und kalkulierbarem Risiko zu profitieren.

Eigene Anlageziele nicht ermitteln

Bevor Sie sich für eine Geldanlage entscheiden, sollten Sie sich zunächst einmal fragen, welche Ziele Sie eigentlich mit dem Investment verfolgen und welche Eigenschaften eine für Sie optimale Kapitalanlage haben sollte. Zahlreiche Anleger tun dies allerdings nicht und leider gibt es auch nicht wenige Bankberater, die im Rahmen eines Beratungsgesprächs wichtige Fragen vergessen, die zum Beispiel lauten:

  • Wie sicher sollte die Anlage sein?
  • Welche Rendite stellen Sie sich vor?
  • Wie schnell möchten Sie über Kapital verfügen können?
  • Wie flexibel soll die Geldanlage sein?
  • Welche Verluste könnten Sie vor dem Hintergrund der Chance auf eine gute Rendite verschmerzen?

Anhand der Beantwortung dieser und noch weiterer Fragen steigt die Wahrscheinlichkeit enorm, dass Sie anschließend die für Sie optimal passende Kapitalanlage finden.

Dem Bank- oder Anlageberater blind vertrauen

Leider muss man es mittlerweile so sagen: Ein weiterer Fehler bei der Kapitalanlage besteht darin, dass Anleger ihrem Bank- oder Vermögensberater häufig blind vertrauen. Die Experten im Finanzbereich sollten sich zwar gut auskennen, sind aber keineswegs unfehlbar und heben manchmal auch vor allem die eigenen Interessen in den Vordergrund, beispielsweise in Form höherer Provision. Nicht zuletzt das Beispiel der Lehman-Zertifikate kurz vor der Finanzkrise 2008 zeigt, wie viele Anleger unwissend aufgrund der Empfehlung von Bankberatern höherer Verluste erleiden mussten. Diesen Fehler können Sie relativ einfach vermeiden, indem Sie Angebote stets kritisch hinterfragen und sich nur für solche Geldanlagen entscheiden, die sie in vollem Umfang - zumindest bezüglich der Risiken und Kosten - verstehen.

„Hin und her macht Taschen leer“

Der sechste Fehler ist eine alte Börsenweisheit, die besagt, dass zu häufiges Handeln unnötige Kosten verursacht. Bei jedem Kauf und Verkauf an der Börse, beispielsweise wenn Sie Aktien erwerben, fallen nämlich Ordergebühren und sonstige Kosten an. Insbesondere bei relativ geringen Beträgen, für die Sie Wertpapiere erwerben, fressen diese Kosten nicht selten die Rendite auf. Daher ist deutlich sinnvoller, Wertpapiere länger im Depot zu halten und nicht zu häufig zu handeln, um so Kosten zu sparen und damit automatisch die Rendite positiver zu gestalten.

Kosten bei der Kapitalanlage nicht berücksichtigen

Die mögliche Rendite einer Kapitalanlage besteht immer aus zwei Komponenten, nämlich zum einen aus dem Gewinn bzw. dem Ertrag und zum anderen aus den Kosten. Leider machen zahlreiche Anleger den Fehler, die Kosten einer Geldanlage nicht zu berücksichtigen bzw. außer Acht zu lassen. Nehmen wir als Beispiel einen Aktienfonds: Auf der einen Seite ist es positiv, wenn Sie mit diesem Fonds eine durchschnittliche jährliche Performance in Höhe von beispielsweise sechs Prozent erzielen. Fallen dann allerdings Kosten in Höhe von 2,5 Prozent an, insbesondere aufgrund der Managementgebühr, den Verwaltungskosten sowie einem Ausgabeaufschlag, würde die Rendite nur noch bei durchschnittlichen 3,5 Prozent liegen. Bei zahlreichen Kapitalanlagen sollten Sie daher stets sowohl auf die erzielbare Rendite in Form des Ertrages als auch auf die anfallenden Kosten achten.

Leichtgläubigkeit

Leider ist Leichtgläubigkeit einer der häufigsten Fehler, die Sie bei der Kapitalanlage machen können. Oftmals vertrauen Anleger nicht nur einem Berater, sondern sind schlichtweg zu leichtfertig. Dies zeigt sich häufig bei alternativen Geldanlagen, bei denen nicht selten überdurchschnittliche Renditen versprochen werden. Tatsächlich ist es jedoch sehr leichtgläubig, wenn Sie als Anleger daran glauben, dass Sie einerseits eine Rendite in Höhe von beispielsweise neun Prozent erzielen können, dabei allerdings andererseits nur ein geringes oder gar kein Risiko eingehen müssten.
Vermeiden können Sie diesen klassischen Anlagefehler, indem Sie sich vor Augen führen, dass eine über dem Durchschnitt liegende Rendite nahezu ausnahmslos ein ebenfalls überdurchschnittliches Risiko beinhaltet. Es gibt aktuell im Prinzip kein einziges Anlageprodukt, bei dem Sie beispielsweise einen jährlichen Ertrag von mehr als vier Prozent erzielen können, welches nicht mindestens mit einem mittleren Risiko ausgestattet ist.

Zu spät mit dem Sparen beginnen

Natürlich ist es einerseits verständlich, dass man als junger Erwachsener nicht sofort daran denkt, regelmäßig zu sparen. Die ersten Jahre möchte man oft das eigene Einkommen für Ausgaben verwenden, die beispielsweise im Freizeitbereich angesiedelt sind oder man möchte sich Konsumgüter leisten können. Im Hinblick auf die private Altersvorsorge ist es allerdings ein häufiger Anlagefehler, zu spät mit dem regelmäßigen Sparen zu beginnen. Wenn Sie beispielsweise erst ab 40 Jahren beginnen, in einen Sparplan einzuzahlen, müssen Sie zum Erzielen der späteren monatlichen Auszahlung in Form einer privaten Altersvorsorge mehr als doppelt soviel ansparen, als wenn Sie die gleiche Leistung abrufen können, weil Sie schon mit 20 Jahren begonnen haben zu sparen. Starten Sie also möglichst frühzeitig mit dem Aufbau einer privaten Altersvorsorge, und wenn es zu Beginn nur 25 oder 50 Euro im Monat sind.

Geld „unter das Kopfkissen legen“

Nicht wenige Anleger sind über die mittlerweile seit Jahren anhaltende Niedrigzinsphase so verärgert und frustriert, dass sie Geld überhaupt nicht mehr anlegen, sondern stattdessen sprichwörtlich unter dem Kopfkissen liegen lassen. Für viele Anleger bedeutet dies, dass sie beispielsweise Bargeld im Banktresor aufbewahren oder sogar größere Bestände Zuhause verwahren. Häufig wird an dieser Stelle so argumentiert, dass Geld anlegen ohnehin keine Zinsen mehr bringen würde.
Abgesehen von den zahlreichen Alternativen, die auch in der Niedrigzinsphase eine gute Rendite verbriefen können, stimmt dies aber auch bei sehr sicheren Anlageformen nicht. Geld nicht anzulegen bringt nämlich gar keine Rendite, während Sie auf einem Tages- oder Festgeldkonto immerhin noch zwischen 0,2 und 0,5 Prozent in der Niedrigzinsphase erhalten. Damit können Sie zwar noch nicht die Geldentwertung in Form der Inflation ausgleichen, aber im Grunde ist jede Geldanlage besser, als wenn Sie Ihr Vermögen in Form von Bargeld Zuhause oder im Banktresor schlummern lassen.

 
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