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Noch ein Label: EU will auch Finanzprodukte zertifizieren

EU-Label kennt man mittlerweile von Haushaltsgeräten oder Heizungsanlagen, ab Herbst 2019 soll es solch eine Kennzeichnung nach dem Willen der EU-Kommission auch für Finanzprodukte geben. Doch es geht nicht um Ehrlichkeit, Rentabilität oder Verbraucherschutz, sondern die Kommission will eine ganz andere Richtung einschlagen.

EU-Kommission schreibt sich den Umweltschutz auch bei Investments auf die Fahnen

Was bisher nur auf der Diskussionsebene stattfand, soll schon bald konkret werden. Bereits im Mai 2018 soll klar sein, was die Kommission genau unter dem Begriff „Nachhaltigkeit“ verstehen wird und woran emissionsarme und umweltfreundliche Investitionen künftig zu erkennen sein werden. Im Wesentlichen ist der Klima- und Energiekommissar Arias Canete hierfür verantwortlich. Er möchte ebenso wie Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die internationale Attraktivität des EU-Finanzsektors für „grüne“ Investments in erneuerbare Energien stärken. Dieses Vorhaben soll nicht nur dem Vertrauen von Anlegern in nachhaltige Finanzprodukte zugutekommen, sondern auch einen Investitionsschub in diesem Bereich auslösen. Damit soll letztlich erreicht werden, dass mehr Geld in den Klimaschutz fließt, zumal hier das Investitionsdefizit jährlich wächst. Eindeutigkeit ist bei diesem Vorhaben dringend nötig: Bislang definieren die Banken selbst, ab wann sie ihre Angebote als ökologisch oder nachhaltig bezeichnen und werden in dieser Hinsicht nicht kontrolliert. Für den Verbraucher ist das alles andere als transparent, außerdem macht es diese Umgangsweise denjenigen Anbietern schwer, die es mit ihren „grünen“ Geldanlagen ernst meinen, von Anlageinteressenten aber schlechter wahrgenommen werden. Doch die EU-Kommission hat ermittelt, dass das Klimaziel des Pariser Abkommens, dass bis 2030 der Ausstoß der Treibhausgase um 40 % verringert werden soll, nur erreicht werden kann, wenn pro Jahr 180 Milliarden Euro zusätzlich zum bisherigen Investitionsvolumen in diese Segmente fließen.

Öko-Label erzeugt Unmut in der Branche

Lobbyisten sprechen sich gegen ein Öko-Label aus, weil sie eine Stigmatisierung für alle Finanzprodukte befürchten, die die Nachhaltigkeitskriterien nicht erfüllen und es nicht tragen. Die Finanzbranche ist künftig also aufgefordert, über den Umfang der Nachhaltigkeit ihrer Investments genau aufzuklären. Als Ausgleich soll sie einen Bonus auf das Eigenkapital erhalten, das Anbieter nachweisen müssen, um Ausfälle kompensieren zu können und so negative Folgen für den EU-Finanzsektor abzuwenden. Doch dieses Zugeständnis wird wohl nicht reichen, um die schlechte Stimmung zu beruhigen: Branchenverbände sind dabei, sich gegen das EU-Vorhaben zu positionieren und den engen Zeitplan bis zur Einführung des Labels ins Wanken zu bringen. Ob es ihnen gelingen wird, das Öko-Label zu verhindern, bleibt abzuwarten, denn auf der anderen Seite gibt es eine steigende Nachfrage nach „Green Finance“: Immer mehr Pensionsfonds, Kirchen und Stiftungen sind auf der Suche nach ökologisch und ethisch unbedenklichen Investitionsmöglichkeiten, und sogar große Fonds nehmen Erdgas-, Kohle- und Erdölwertpapiere aus ihrem Bestand.

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