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Darum lohnen sich Lebensversicherungen nicht mehr zur Altersvorsorge

Lange Jahre waren in Deutschland Lebensversicherungen eine der beliebtesten Formen der Altersvorsorge. Doch seit der Finanzkrise sind Lebensversicherungen nicht mehr so attraktiv wie in früheren Jahren, da die Zinsen mittlerweile auf dem Tiefpunkt angelangt sind. Dadurch ist auch ungewiss, in welcher Höhe die Rückzahlung ausfallen wird. Die Lebensversicherung ist ein Finanzmodell aus vergangenen Zeiten, wo eine Police noch eine sichere Geldanlage darstellte. Die Assekuranzen hatten keine Problem Mittel zu erwirtschaften, um die Kunden langfristig bedienen zu können. Ab 2002 bemerkten die Assekuranzen Einbrüche in den Abschlüssen, welches sich auf der Abschaffung des Steuerprivilegs begründete.

Zunehmend stellen sich Versicherungsnehmer die Frage, ob eine Lebensversicherung immer noch sinnvoll ist oder ein Altvertrag gekündigt werden sollten.  

 

Lebensversicherungen, die bis 2004 abgeschlossen wurden

Eine Lebensversicherung als Altersvorsorge, die bis 2004 abgeschlossen wurde, sollte der Versicherungsnehmer nicht kündigen, auch wenn die Verzinsung nicht mehr so hoch ist, wie beim Abschluss. Diese Verträge werfen immer noch einen Zinssatz von drei bis vier Prozent ab. Dieses ist aber abhängig davon, ob die Lebensversicherung bis 2003 oder im Zeitraum zwischen Juli 1994 und Juli 2000 abgeschlossen wurde.

Der gebotene Zinssatz ist deutlich höher als derjenige, der heute für die sichere Geldanlage am Markt geboten wird. Von den Versicherungsbeiträgen wird zwar ein Teil für die Verwaltung, den Risikoschutz und die Abschlussprovision genutzt, doch die Garantiezinsen bleiben bestehen. Lediglich für neue Abschlüsse gelten neue Garantiezinsen.
Diejenigen, die eine Lebensversicherung als Altersvorsorge vor 2005 abgeschlossen haben, können von Steuervorteilen profitieren, da die Versicherungsbeiträge als Sonderausgaben geltend gemacht werden können. Zudem besteht die Möglichkeit, dass der Gesamtbetrag der Lebensversicherung steuerfrei ausgezahlt wird. Dieses gilt aber nur für Verträge mit einer Mindestlaufzeit von 12 Jahren. Eine Kündigung der Lebensversicherung ist daher erst nach 12 Jahren sinnvoll.  

 

Lebensversicherungen, die ab 2005 abgeschlossen wurden

Lebensversicherungen, die seit 2005 abgeschlossen wurden, sollten genau geprüft werden. Steuerliche Vorteile gibt es für diese jungen Verträge nicht. Wenn diese Verträge zu früh gekündigt werden, erhält der Versicherungsnehmer nur die Hälfte der eingezahlten Summe, da mit dem Rest die Vermittlungsprovision und Verwaltungskosten abgegolten werden. Zudem entfällt die Risikoprämie. Eine Kündigung ist nur dann sinnvoll, wenn die Beiträge sehr hoch sind und das Unternehmen nicht wirtschaftlich arbeitet.

 

Heute eine Lebensversicherung als Altersvorsorge abschließen?

Von einem Neuabschluss einer Lebensversicherung ist abzuraten, da das Zinsniveau derzeit bei gerade einmal 1,25 Prozent liegt. Im Bezug auf die lange Laufzeit ist das unwirtschaftlich. Als Alternative sollten Sparer auf die staatlich geförderte Riester-Rente oder Betriebsrente zurückgreifen. Selbständige können die Rürup-Rente nutzen.

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