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Der Weg, am Immobilienboom teilzuhaben: Crowdinvesting

Wer an lukrativen Immobilienprojekten teilhaben möchte, aber nicht über das nötige „Kleingeld“ verfügt, kann über eine relativ neue Möglichkeit nachdenken: das Crowd-Investing. Man konnte bislang schon Geld für Dinge ausgeben, die mit „Crowd“ anfingen: Beim Crowdfunding finanzieren Geldgeber ein Projekt, eine Gewinnabsicht ist nicht zwingend die Voraussetzung. Der Dreh des Films „Stromberg“ gehört zu Deutschlands bekanntesten Crowdfunding-Projekten und warf für die Investoren stolze 16 % Rendite ab. Beim Crowdlending wird von mehreren Personen Geld über das Internet  an Privatpersonen oder Unternehmen verliehen. Nun also Crowdfunding.

Was ist das Charakteristische an Crowdfunding?

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es geht nicht darum, dass mit diesem Finanzierungskonzept für die Geldgeber der Traum vom Eigenheim Wirklichkeit wird. Das Ziel ist vielmehr, dass viele Geldgeber gemeinsam ein bestimmtes Bauprojekt finanzieren. Die Abwicklung erfolgt über Internetplattformen, die mittlerweile mehrere Crowd-Investing-Unternehmen bereitstellen. In der Regel können Kleinanleger schon ab 500,-- € in eine Immobilie investieren, manche Internetplattformen haben die Mindestanlage sogar ab nur 5,-- € festgesetzt. Das Geld hat die Funktion eines Darlehens, das Investoren im günstigen Fall später verzinst oder mit einer vereinbarten Gewinnbeteiligung zurückerhalten.

Was macht Crowdfunding für Anleger attraktiv?

Der Erfolg dieses Investitionsmodells, das erst 2014 seinen Erfolg ausweiten konnte, beruht zum großen Teil auf den historisch niedrigen Anlagezinsen. Aktien sind in Deutschland bei Kleinanlegern unbeliebt, die traditionell genutzten Spar- und Anlageformen sind so schlecht verzinst, dass der Ertrag oft von der Inflation aufgezehrt wird. Dagegen versprechen die erfolgreichsten deutschen Crowdfundinganbieter Zinssätze von 2,5 % bis 8 % - das sind derzeit Traumwerte, die zahlreiche Kleininvestoren anlocken.

Welche Risiken birgt Crowdfunding?

Die Investoren haben keinerlei Mitspracherecht und können nicht von Wertsteigerungen profitieren. Im Gegensatz zur Finanzierung einer eigenen Immobilie stehen sie auch nicht im Grundbuch, sondern tauchen dort nur mit einem sog. Nachrangdarlehen auf. Das Problem daran ist, dass im Falle einer Pleite zuerst die am Bauprojekt beteiligten Kreditinstitute ihr Geld wiederbekommen und die Crowd-Investoren nur dann Geld erhalten, wenn noch etwas übrig ist. Das bedeutet, dass Investoren auch mit einem Totalverlust rechnen müssen.

Ein weiteres Risiko birgt ausgerechnet das Kleinanlegerschutzgesetz: Sofern eine Plattform für ein Projekt höchstens 2,5 Mio. € über die Crowd-Investoren einnimmt und jeder von ihnen maximal 1.000,-- € investiert, entfällt die Prospektpflicht. Verfügt der Anleger über ein größeres Vermögen, liegt die Obergrenze für eine Investition bei 10.000,-- €. Zwar ist bekannt, dass ein ansprechender Prospekt nicht viel über die Qualität eines Projekts aussagen muss, allerdings kann er wertvolle Hinweise liefern, wenn es zu einer Klage kommen sollte.

 

Fazit: Vorabinformation bietet besseren Ausfallschutz
Beim Crowd-Funding können weder Anleger noch Anbieter auf fundierte Erfahrungen zurückgreifen. Gerade Kleinanleger, die aufgrund ihres begrenzten finanziellen Spielraums die Zielgruppe für diese Plattformen sind, verfügen häufig nicht über genügend Finanzkenntnisse, um die Werbeversprechen dieses jungen Geschäftszweigs kritisch zu hinterfragen. Wer sich letztlich durch seriöse Bauprojekte am Markt behaupten kann, wird sich im Laufe der nächsten Jahre herausstellen. Interessenten sollten sich auf jeden Fall über die Crowd-Funding-Betreiber und ihre Erfolge und Misserfolge informieren, ehe sie sich an einem der Bauprojekte beteiligen.

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