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Berufsunfähigkeit: Das Risiko und deren häufigsten Ursachen

Als ich vor 20 Jahren als Versicherungsmakler Verbraucher über den Sinn einer Berufsunfähigkeitsversicherung aufklärte, wurden die Risiken immer ganz schnell kleingeredet. Viele sagten mir, dass sie regelmäßig zum Sport gehen, sich gesund ernähren und es sehr unwahrscheinlich ist, dass der Fall einer Berufsunfähigkeit jemals eintreten würde. Nun bin ich schon einige Jahre kein Versicherungsmakler mehr, habe jedoch zu einigen meiner damaligen Mandanten noch einen guten Kontakt.  Kürzlich rief mich einer meiner ehemaligen Kunden an und erzählte mir, dass er froh sei, damals doch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen zu haben. Er ist depressiv erkrankt, man nennt diese Krankheit heute Burn-out, was aber faktisch auf das Gleiche hinausläuft. Er bekommt nun seit einigen Monaten monatlich eine Rente von der Versicherung und ist zumindest finanziell einigermaßen abgesichert. Mich hat der Anruf veranlasst, diesen Text zu schreiben:

Das Risiko der Berufsunfähigkeit

Unterschätzt wird das Risiko sehr oft von Personen, die ihr Geld in einem Büro verdienen. Ein leitender als Sachbearbeiter tätiger Angestellter kann sich nicht vorstellen, was ihm an der Berufsausübung hindern könnte. Die Statistiken bestätigen jedoch, dass immer mehr Leute mit geistiger Beschäftigung so krank werden, dass sie keinen Beruf mehr ausüben können.

Fast ein Drittel der berufsunfähig Erkrankten leiden an psychischen Krankheiten. Dauerstress, Zukunftsängste und Versagensängste führen zu Belastungs- und Angststörungen, Depressionen, bis hin zu Neurosen. Schaut man sich den Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK an (www.dak.de) wird das Problem deutlich. „Psychische Erkrankungen verursachten 14,6 Prozent des Krankenstandes“ heißt es dort.

Jedoch sind auch Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats, wie zum Beispiel Rücken, Rheuma oder Osteoporose eine ernst zu nehmende Gefahr. Diese Erkrankungen nehmen als Ursache für eine Berufsunfähigkeit den zweiten Rang ein, dabei trifft es sehr oft auch Personen, die nicht einmal das 40. Lebensjahr vollendeten.

Interessant ist, dass die meisten beim Wort Berufsunfähigkeit zuerst an Krebs denken. Krebs jedoch rangiert auf der Skala erst auf Rang drei.

Ein weiterhin unterschätztes Risiko ist der Unfall und die meisten Leute glauben ohnehin, dass sie da mit einer Unfallversicherung optimal versichert seien. Die Zahl auf der Versicherungspolice erscheint erst einmal groß: Wer 150.000 Euro Einmalzahlung von der Unfallversicherung erwarten kann, wird damit sehr wahrscheinlich nicht bis zum Lebensende über die Runden kommen.

Im steigenden Alter erhöht sich dann die Gefahr, an Herz- oder Gefäßerkrankungen zu erkranken. Dazu gehören die Diagnosen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Thrombose. Der Anteil der über fünfzigjährigen berufsunfähig Erkrankten, die an einer der oben genannten Krankheiten leiden, liegt bei mehr als 12 Prozent.

 

Berufsunfähigkeitsversicherung

Es liegt nicht in meinem Interesse, Ihnen mit Statistiken Angst zu machen. Allerdings ist es nicht von der Hand zu weisen, dass viele Menschen nicht in der Lage sind, bis zur Rente einer Beschäftigung nachzugehen, weil sie dafür einfach zu krank sind. Wer sich heute noch topfit fühlt, sollte sich ernsthaft über den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung Gedanken machen. Solange man nämlich keine Befunde abliefern und bei den Gesundheitsfragen keinerlei Beschwerden aufführen muss, wird man eine günstige Versicherung finden. Wichtig ist, dass es hier nicht allein auf den Preis ankommt. Die Rente aus der Berufsunfähigkeitsversicherung sollte so gewählt sein, dass sie weit über dem Niveau der Grundsicherung liegt.

Dies sollten Sie beim Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung beachten:

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung müssen Angaben zur eigenen Gesundheit gemacht werden. Es ist zwecklos Krankheiten und Arztbesuche absichtlich nicht anzugeben, weil man davon ausgehen muss, dass die Versicherungsgesellschaft die Angaben prüft. Spätestens, wenn die Berufsunfähigkeit eintritt und es zum Leistungsfall kommen würde,  wäre die Berufsunfähigkeitsrente gefährdet.  Die bittere Folge ist dann im schlimmsten Fall der rückwirkende Verlust des Versicherungsschutzes.

Diese Angaben sind unerlässlich:

  • Sämtliche Behandlungen, Beschwerden sowie Krankheiten, nach denen klar gefragt wird.Hier sollten alle Beschwerden angegeben werden, mit denen Sie sich in ärztliche Behandlung befunden haben oder innerhalb der Antragsprüfung befinden, werden.

  • Alle Aufenthalte im Krankenhaus inklusive Vorbehandlungen und Nachsorge.

Wer seiner Versicherung die Informationen nicht oder nur unvollständig gab, wird im Leistungsfall beweisen müssen, dass  er seine Versicherung nicht arglistig täuschen wollte. Alternativ könnte er auch nachweisen, dass das nicht genannte gesundheitliche Problem nichts mit der Berufsunfähigkeit zu tun hat.

 

Dread-Disease-Versicherung  als Alternative

Wer bereits mit Allergien oder ersten Krankheiten belastet ist, wird es schwer haben, eine bezahlbare Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden. Hier könnte die Dread-Disease-Versicherung eine Alternative sein.  Sie ist übrigens auch eine Alternative für all jene, die sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht leisten können. Bei einer im Leistungskatalog aufgeführten Krankheiten würde diese Versicherung zwar auch nur eine Einmalzahlung leisten, dies ist jedoch weitaus besser als nichts. 

 

Fazit:
Wer nicht gerade soviel Geld auf dem Konto hat, dass er davon bis ans Lebensende zehren kann, wird im Falle der Berufsunfähigkeit ohne persönliche Vorsorge finanziell sehr schlecht ausgestattet sein. Mal abgesehen davon, dass die gesetzliche Erwerbsminderungsrente von 700 Euro pro Monat kaum so hoch ist, dass man davon leben könnte, bekommen die meisten selbst diese nicht. Für alle nach 1961 geborenen wird selbst diese Rente nur gezahlt, wenn der Erkrankte weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann. Für eine Rente aus der Berufsunfähigkeitsversicherung müssen hingegen nur fünfzig Prozent erreicht werden.

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