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Das Jahr 2016 aus der Sicht der Finanzmärkte – ein Rückblick

Das Jahr 2016 mag politisch betrachtet nicht jedem gepasst haben. Dies scheint jedenfalls der Eindruck zu sein, den viele Jahresrückblicke vermitteln. Dennoch gibt es an den weltweiten Finanzmärkten einige Lichtblicke, die durchaus positiv zu bewerten sind. Gerade der Leitindex Dax hat im Jahr 2016 insgesamt recht gut abgeschnitten und mit der jüngsten Entwicklung der Aktien dürften die Anleger mehr als zufrieden sein.

So verlief der Start ins Jahr 2016 an der Börse in Deutschland

So sehr sich die Anleger über den aktuellen Stand des Dax in Höhe von 11.450 Punkten freuen, der Beginn des Jahres 2016 war mehr als katastrophal. Nachdem der Dax im Jahr 2015 mehr als positiv unterwegs war und im Sommer 2015 sogar die Marke von 12.000 Punkten knackte fiel der Leitindex zu Beginn des Jahres 2016 von 11.800 Punkten auf 9.500 Punkte und das binnen weniger Wochen. Kurz darauf eroberte der Index die Marke von 10.000 Punkten zurück, was zwischenzeitlich für eine Aufhellung der Stimmung an der Börse sorgte. Wenige Tage später ging es aber noch einmal bergab und der Dax notierte kurzfristig sogar bei unter 9.000 Punkten – so tief wie schon seit Jahren nicht mehr.

Sommer 2016 – wohin der Dax lief war kaum vorherzusehen

Wer sich die News aus dem ersten Quartal des Jahres 2016 durchließt wird feststellen, dass die Stimmung an den deutschen Börsen mehr als dürftig wahr und viele Anleger schon Angst bekamen, dass eine neue Wirtschaftskrise auf sie wartet. Der Monat März 2016 brachte eine deutliche Besserung und von März bis Mai notierte der Dax immer wieder über 10.000 Punkte, bevor es dann im Juni und Juli noch einmal deutlich unter 9.500 Punkte ging.
Im Juni 2016 sorgte der Brexit kurzzeitig dafür, dass die Aktien im Dax deutlich fielen. Einige Werte verloren nach der Bekanntgabe des überraschend ausgefallenen Votums um mehr als 5% an Wert. Dieser Trend hielt jedoch nur sehr kurz an, denn bereits wenige Tag nach dem Brexit wurde vielen Aktionären klar, dass das neue Szenario gar keine dramatischen Auswirkungen auf die meisten Aktien im Dax haben wird.

Nach dem Brexit rückte die US-Wahl in den Fokus der Anleger

Im Spätsommer 2016 rückte vor allem die US-Wahl in den Fokus der Börse und der Geschehnisse auf dem Weltmarkt. Auch hier gab es eine große Überraschung an der Börse, die zunächst für sinkende Kurse sorgte, jedoch nicht so stark, wie es beim Brexit Votum der Fall gewesen ist. Im Gegenteil, die Wahl des US-Präsidenten Donald Trump sorgte bis Ende des Jahres 2016 dafür, dass zahlreiche Bankentitel kräftig zulegen konnten. Nachdem die Aktie der Deutschen Bank bis auf teilweise 10 Euro „runter geprügelt“ wurde, legte das Papier bis zum Dezember 2016 deutlich zu und notierte zeitweise bei über 18 Euro.
Die Anleger an den weltweiten Finanzmärkten haben die Hoffnung, dass unter Donald Trump einige regulatorische Barrieren gelockert werden und sich die Geschäfte besser entwickeln, als es zuvor der Fall gewesen war.

Gesamtüberblick der Dax Aktien im Jahr 2016

Die Aktien im Dax haben sich über das gesamte Jahr hinweg sehr verschieden entwickelt. Während die Adidas Aktie in der Spitze über 60% gegenüber dem Vorjahr zugelegt hat, haben die Aktien der ProSiebenSat.1 Media AG um 20% an Wert verloren. Auch die E.ON Aktie hat gegenüber dem Vorjahr etwa 17% an Wert verloren. Die Deutsche Bank und die Commerzbank Aktie haben etwa 20-22% an Wert gegenüber dem Vorjahr verloren und auch die Aktie der Continental AG notiert rund 16% unter dem Vorjahreswert.
Zu den Gewinnern des Jahres 2016 zählt nicht nur die Adidas Aktie, sondern z.B. auch die Aktie der Linde AG, welche knapp 20% gegenüber dem Vorjahr zulegen konnte. Der Chip Hersteller Infineon notiert ebenfalls 25% höher, als es im Vorjahr der Fall war und die Thyssen Krupp Aktie erreichte ebenfalls ein deutliches Plus von etwa 23% gegenüber dem Vorjahr. Die Siemens AG zählt neben Adidas in jedem Fall zu den großen Gewinnern des Jahres 2016. Notierte der Kurs noch zu Beginn des Jahres bei rund 80 bis 90 Euro, so stieg er bis zum Dezember 2016 auf 115 Euro an und notiert damit etwa 29% über dem Vorjahreswert.

Tagesgeld unter der Lupe – wie haben sich die Zinsen 2016 entwickelt?

Nicht nur die Börse ist für die Anleger interessant, sondern auch das Tagesgeldkonto, da sie meist einen Teil ihrer Einlagen auf anderen Konten haben, die keinem Risiko unterliegen. Im Laufe des Jahres 2016 haben sich die Tagesgeldzinsen deutlich gegenüber dem Vorjahr verändert.

Der Leitzins liegt in Europa weiterhin bei 0% und trägt dazu bei, dass die Kunden auf Tagesgeldkonten kaum Zinsen erhalten. Fakt ist, dass Anbieter wie die Opel Bank und die Renault Direkt Bank zu Beginn des Jahres ihren Bestandskunden noch einen Zinssatz in Höhe von 1% Zinsen p.a. anbieten konnten. Die Zinsen wurden wie eh und je anteilig einmal im Monat ausgezahlt. Maximal können 100.000 Euro je Kunde angelegt werden – das ist gleichzeitig auch die Obergrenze der gesetzlichen Einlagensicherung

Bereits im ersten Quartal 2016 wurden die Zinsen für Bestandskunden gesenkt und zwar in mehreren Stufen. Für ein paar Monate gab es noch 0,60% Zinsen p.a. jedoch wurde der Zinssatz um Ende des Jahres 2016 bei beiden Banken auf 0,50% Zinsen p.a. gesenkt.

Neukunden erhalten derzeit bei der VW Bank attraktive 1,10% Zinsen p.a. gutgeschrieben, jedoch sollten sie sich von dem Angebot nicht täuschen lassen: Die 1,10% Zinsen p.a. werden für 4 Monate gutgeschrieben, danach gilt der Standardzinssatz in Höhe von 0,40% Zinsen p.a. welcher weniger interessant ist.

Es ist derzeit nicht davon auszugehen, dass der Leitzins in Kürze angepasst, bzw. angeboten wird. Dennoch ist zu beobachten, dass die Zinsen für Kredite mit langer Laufzeit langsam wieder steigen. Für die ersten Monate des Jahres 2017 dürfte jedoch damit zu rechnen sein, dass die Anlagezinsen weiter auf einem niedrigen Niveau bleiben.

 

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Finanznews Dezember 2016

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