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SterbegeldversicherungNiemand setzt sich gerne mit dem Thema Tod auseinander. Dennoch kann es in einigen Fällen fast schon zwingend notwendig sein, sich mit der Thematik „Sterbegeldversicherung“ zu beschäftigen. Beerdigungen kosten Geld, viel Geld. Ab 1.000 Euro betragen die Kosten für eine sehr schlichte Beisetzung. Schon seit 2004 entfällt der Zuschuss zur Beisetzung durch die gesetzlichen Krankenkassen. Er betrug bis 2003 525 Euro für das versicherte Mitglied und für die mitversicherten Familienangehörigen jeweils 262,50 Euro. Auch wenn sich manche Leute fragen “Was soll ich mir Gedanken um meine Beerdigung machen?“, für die Hinterbliebenen stellt sie eine finanzielle Belastung dar.

Dazu ein paar Zahlen:

  • Der Bestatter kann mit 1.000 - 2.500 Euro veranschlagt werden.
  • Abhängig von der jeweiligen Gemeinde fällt in etwa der gleiche Betrag für das Grab an.
  • Soll es einen Grabstein geben, müssen einschließlich der Steinmetzarbeiten ca. 1.000 -  3.500 Euro kalkuliert werden.
  • Die Kosten für die provisorische Grabstätte belaufen sich auf rund 250 Euro.
  • Für Grabschmuck berechnen die Blumengeschäfte ca. 100 - 350 Euro.
    Zu guter Letzt fällt noch die Grabpflege an. Wird diese durch einen Gärtner durchgeführt, kann bei einer Dauer von 25 Jahren mit weiteren 5.000 bis 9.000 Euro gerechnet werden.

Bei den hier genannten Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte, die Luft nach unten lassen, nach oben natürlich unbegrenzt offen sind. Diese Zahlen machen aber deutlich, dass eine Beisetzung tatsächlich sehr teuer werden kann. Eine eventuelle Bewirtung der Trauergäste ist hier noch nicht einmal berücksichtigt. Es wird jedoch deutlich, dass eine Beerdigung sehr schnell den fünfstelligen Bereich tangiert; ein Sachverhalt, der eine Sterbegeldversicherung durchaus überlegenswert macht.

 

Das Wesen der Sterbegeldversicherung

Bei einer Sterbegeldversicherung handelt es sich um eine Variante der Kapitallebensversicherung. Allerdings besteht im Gegensatz zur Risiko- oder Kapitallebensversicherung, auf jeden Fall ein Leistungszwang. Die Kapitallebensversicherung kann eine Laufzeit von 40 Jahren haben, an deren Ende das Guthaben ausgezahlt wird. Bei einer Risikolebensversicherung besteht nur Leistungszwang, wenn die versicherte Person während der Versicherungsdauer verstirbt. Die Sterbegeldversicherung muss auf jeden Fall eine Leistung erbringen. Die Kalkulationsgrundlage für eine Sterbegeldversicherung ist eine gänzlich andere als bei einer Kapitallebensversicherung: Während diese auch auf einen Vermögensaufbau abzielt, stellt die Sterbegeldversicherung nur auf den Leistungsfall in Höhe der vereinbarten Versicherungssumme ab. Die Versicherungssummen variieren zwischen 2.500 Euro und 20.000 Euro, können jedoch in der Regel nicht frei gewählt werden, sondern werden in Stufen angeboten. Je nach Anbieter wird das Eintrittsalter ebenfalls unterschiedlich gehandhabt: Einige Versicherer nehmen erst Personen ab dem 40. Lebensjahr auf, andere versichern auch jüngere. Die Verträge werden in der Regel auf das 65. oder 85. Lebensjahr abgeschlossen. Trat der Todesfall nicht während der Vertragslaufzeit ein, wird der Vertrag beitragsfrei bis zum Tod der versicherten Person weitergeführt. 
Der Vorsorgegedanke einer Sterbegeldversicherung wird auch durch die rechtliche Stellung dieses Konstruktes deutlich. Das Vertragsguthaben wird dem Schonvermögen zugeordnet und kann nicht mit sozialen Leistungen der öffentlichen Hand verrechnet werden.

 

Die unterschiedlichen Ausprägungen bei Sterbegeldversicherungen
Sterbegeld ist nicht gleich Sterbegeld. Bei den Vertragsinhalten bestehen durchaus relevante Unterschiede. Diese beziehen sich auf die Schwerpunkte Gesundheitsfragen und Wartezeiten. Grob formuliert entfällt bei Verträgen mit Gesundheitsfragen die Wartezeit.

Sterbegeldversicherung mit Gesundheitsprüfung

Bei der Sterbegeldversicherung mit Gesundheitsprüfung muss die versicherte Person bei Vertragsabschluss einige Gesundheitsfragen beantworten. Je nach krankheitlicher Vorbelastung kann dies zu einer Risikoprämie führen. Der Vorteil liegt jedoch darin, dass es keine Wartezeiten gibt, also den Begünstigten unabhängig davon, wann der Todesfall des Versicherten eintritt, die volle Versicherungssumme ausgezahlt wird. Die Gesundheitsfragen sind aber weniger detailliert als bei einer herkömmlichen Lebensversicherung.

Sterbegeld ohne Gesundheitsprüfung

Bei dieser Tarifstruktur verzichtet der Versicherer völlig auf die Gesundheitsfragen. Dies mag für Personen mit schwerwiegenden Vorerkrankungen sinnvoll sein, birgt aber auch einen Nachteil: Diese Verträge sehen eine Wartezeit für die volle Leistungspflicht vor. Die Höhe der Auszahlung im Falle des Ablebens des Versicherten richtet sich nach einer Staffelung, die sich über einige Jahre erstreckt. Die Staffel ist nicht einheitlich, sondern unterscheidet sich von Versicherer zu Versicherer. Bei der Staffelung muss auch noch einmal hinsichtlich der Vertragsmodalitäten unterschieden werden.

  • Einige Gesellschaften machen die Staffel von der Laufzeit der Versicherung abhängig, andere vom Alter der versicherten Person bei Eintritt des Todesfalls.
  • Ein weiterer Unterschied bei Sterbegeldversicherungen ohne Gesundheitsprüfung betrifft die Quotierung der Auszahlung: Einige Assekuranzen sehen feste Beträge vor, welche geleistet werden, andere stellen auf eine prozentuale Quote ab.
  • Die schlechteste Lösung sind allerdings die Tarife, welche überhaupt keine Leistung vorsehen, wenn der Tod innerhalb von zwölf Monaten nach Vertragsabschluss eintritt. Hier besteht eine kleine Parallele zu Risikolebensversicherungen, die eine Sperrklausel bei Freitod innerhalb der ersten 24 respektive 36 Monate nach Policierung beinhalten.
  • Als letzte Alternative für Verträge ohne Gesundheitsprüfung mit einer Leistung während der Wartezeit besteht die Möglichkeit, dass die bis zum Todeszeitpunkt des Versicherten gezahlten Beträge den Begünstigten ausgezahlt werden. Vom Auszahlungsbetrag werden allerdings die Verwaltungskosten abgezogen.

 

Die Höhe der Versicherungssumme

Die Aufstellung der Kosten zu Beginn dieses Beitrags gibt einen Hinweis, wie hochdie Versicherungssumme angesetzt werden sollte. Es kann natürlich keine pauschale Aussage getroffen werden, da auch eventuell weitere bestehende Versicherungsverträge der zu versichernden Person sowie die wirtschaftlichen Verhältnisse berücksichtigt werden müssen. Wer über ein sechsstelliges Guthaben bei der Bank verfügt, wird nicht über eine Sterbegeldversicherung nachdenken müssen. Für junge Familien bietet die Sterbegeldversicherung jedoch eine Mindestabsicherung, Menschen mit Vorerkrankungen sollten trotz restriktiver Auszahlung während der Wartezeit diese Lösung ebenfalls in Betracht ziehen. Eine Versicherungssumme von 2.500 Euro ist eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Eine Absicherung in Höhe von 10.000 Euro ist hier schon deutlich realistischer.

 

Kosten (Beitrag) für eine Sterbegeldversicherung

Der Beitrag einer Sterbegeldversicherung orientiert sich an vier Komponenten:

  • Eintrittsalter der zu versichernden Person
  • Versicherungsdauer
  • Höhe der Versicherungssumme
  • Gesundheitsprüfung ja oder nein

Ein dreißigjähriger Versicherter zahlt beispielsweise bei einer Beitragsdauer bis zum 85. Lebensjahr mit einer Versicherungssumme von 10.000 Euro rund 13 Euro monatlich, wenn eine Gesundheitsprüfung vorausgesetzt wird. Das Beitragsvolumen beläuft sich in diesem Fall auf 8.580 Euro.

Ein 55jähriger muss für den gleichen Versicherungsschutz bereits 34 Euro im Monat aufwenden. Rechnerisch macht er dabei einen Verlust in Höhe von 12.240 Euro. Mögliche leichte Überschussanteile dürfen bei diesem Vergleich nicht berücksichtigt werden.

Darüber hinaus können sich im Rahmen einer Sterbegeldversicherung noch Personen absichern, die das Eintrittsalter für eine Risikolebensversicherung weit überschritten haben. Das höchste Eintrittsalter bei einem Anbieter beläuft sich auf das 90. Lebensjahr.

Es wäre allerdings auch ein Fehler zu sagen, ein solcher Vertrag sei nicht sinnvoll. Versicherungsfälle zeichnen sich dadurch aus, dass sie unvermittelt und plötzlich, kaum kalkulierbar eintreten. Für die Hinterbliebenen wäre es, hart formuliert, ein finanzieller Gewinn, wenn bei dem zweiten Beispiel der Todesfall nach der ersten Prämienzahlung eintreten würde.

 

Fazit
Im Vergleich zu anderen Versicherungen kann bei einer Sterbegeldversicherung kein klares Pro oder Contra ausgesprochen werden. Für finanziell schwächer aufgestellte Familien bietet eine solche Police vor dem Hintergrund der enormen Kosten einer Beisetzung sicherlich einen Mehrwert. Für Personen mit ausreichendem finanziellen Hintergrund oder Versicherungsnehmern, die über eine entsprechende anderweitige Vorsorgelösung für den Todesfall verfügen, kommt sie eher nicht infrage.

 

 

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