Ratgeber Versicherungen und Finanzen

Krankenzusatzversicherung Eine Krankenzusatzversicherung kann die ideale Ergänzung für Verbraucher sein, denen die gesetzliche Krankenversicherung allein nicht genügt und die ihren bestehenden Versicherungsschutz aufwerten möchten. Es stehen die unterschiedlichsten, teilweise auch anbieterabhängigen, Bausteine zur Verfügung. Auf den ersten Blick scheinen Krankenzusatzversicherungen nur einen geringen Mehrwert zu haben, aber keine echten finanziellen Risiken abzudecken. Dies ist nur jedoch nur eingeschränkt richtig.

Aus diesen Zusatzleistungen kann in der Regel gewählt werden:

  • ambulanter Zusatztarif (schließt häufig einen Zuschuss für Brillen oder Kontaktlinsen mit ein)
  • Ein- oder Zweibettzimmer
  • Chefarztbehandlung
  • Krankenhaustagegeld
  • Krankentagegeld
  • Zahnzusatzversicherung
  • alternative Heilmethoden

 

Zwei dieser Leistungen heben sich von den anderen ab

Das Krankentagegeld und die Zahnzusatzversicherung können tatsächlich massive finanzielle Belastungen abfedern.

Das Krankengeld der gesetzlichen Krankenkassen wird nach dem Wegfall der mindestens sechswöchigen Lohnfortzahlung des Arbeitgebers gezahlt. Es deckt nur einen Teil des ursprünglichen Einkommens und ist in der Höhe begrenzt: Es beläuft sich entweder auf 70 % des Brutto- oder maximal 90 % des Nettoeinkommens – der geringere dieser beiden Beträge wird um den Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Sozialversicherung reduziert und ausbezahlt. Der Höchstbetrag liegt jedoch bei der jeweils gültigen Beitragsbemessungsgrenze: Sie wurde von der Bundesregierung für das Jahr 2015 auf 49.500,-- € brutto jährlich festgelegt. Das Krankengeld wird, wenn es wegen derselben Erkrankung gezahlt wird, bis zu 78 Wochen innerhalb von drei Jahren gewährt. Bei einer derart langen Erkrankungsdauer wird ein großes Loch in das Haushaltskasse gerissen. Mit der Ergänzung durch ein privates Krankentagegeld wird diese Lücke, die mit steigendem Einkommen immer größer wird, geschlossen: Mit dem Wegfall der Lohnfortzahlung kann unter Vorlage eines ärztlichen Attest bei der Versicherung die finanzielle Lücke mithilfe des Krankentagegelds geschlossen werden. Die Monatsbeiträge für das Krankentagegeld unterscheiden sich deutlich. Dabei ist gerade in diesem Versicherungssegment eine kostengünstige Versicherung keineswegs schlechter als eine Police mit deutlich höherem Beitrag. Das Krankentagegeld kann nicht eindeutig einer der Gruppen der sinnvollen oder überflüssigen Versicherungsarten zugeordnet werden, da es immer auf den Einzelfall ankommt.

 

Einbettzimmer und Krankenhaustagegeld – nett, aber nicht unbedingt notwendig

Wer sich günstig versichern möchte, achtet nicht nur auf die zu zahlenden Beiträge, sondern auch darauf, wie notwendig ein Versicherungsvertrag ist. Ein Einbettzimmer mag für denjenigen, der im Krankheitsfall gerne seine Ruhe hat, angenehm sein. Ein Aufenthalt im Mehrbettzimmer ist aber nicht unzumutbar. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Versicherungsnehmer eher einen Vertrag mit einer niedrigen Monatsprämie zeichnen, als die Notwendigkeit des Vertragsgegenstandes zu hinterfragen: Die eigene Gesundheit ist uns enorm wichtig, und Krankenhaustagegeld gilt als günstige Versicherung. Als Versicherungsnehmer sollten Sie aber im Vorfeld überlegen, wie hoch die Prämie im Laufe von beispielsweise zehn Jahren ausfällt und welchen wahrscheinlichen Gegenwert Sie dafür erhalten werden. Fernseher und Telefon im Krankenhaus kosten zwar Geld, ihre Nutzung wird Sie aber nicht finanziell ruinieren, wenn sie aus dem laufenden Einkommen bezahlt wird.

 

Ambulante Zusatzversicherung

Hierzu gehören Zusatzversicherungen, die die Kosten für alternative Heilmethoden, Sehhilfen, die Zuzahlungsbeträge für Arznei-, Heil- und Verbandmittel, eine medizinische Behandlung auf dem Niveau eines Privatpatienten übernehmen oder die Kostenübernahme von Schutzimpfungen oder Vorsorgeuntersuchungen außerhalb der üblichen Einschränkungen vorsehen. Als Faustregel gilt: Je die Beiträge sind, desto mehr beschränkt sich die Versicherung auf wenige Bereiche.
Die Unterscheidung zwischen preiswert und billig wird nirgendwo so offenkundig wie bei einer Zusatzversicherung für die ambulante Heilbehandlung und die Zahnzusatzversicherung. Die monatliche Prämie für eine ambulante Zusatzversicherung relativiert sich, wenn beispielsweise die Einschränkungen für die Erstattung einer Brille möglichst gering angesetzt sind oder der Tarif von vornherein die Erstattung alternativer Heilmethoden vorsieht. Eine ambulante Zusatzversicherung kann sich durchaus rechnen, auch wenn ihr Fehlen kein Desaster auslöst. Wer als Patient früher oder später chronisch erkrankt und wiederkehrend teure Medikamente mit hoher Zuzahlung benötigt, hat mit dem Abschluss einer solchen Versicherung in früheren Jahren den Baustein für eine finanzielle Entlastung im Alter gelegt.

 

 

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