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ABC der Versicherungsbegriffe

Begriff Definition
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

 

Die BaFin wurde errichtet, um für ein stabiles und funktionsfähiges Finanzsystem zu sorgen. Sie ging 2002 aus den Bundesämtern für den Wertpapierhandel, für das Kreditwesen und das Versicherungswesen hervor. Mit ihrer Solvenzaufsicht soll sie darauf hinwirken, dass die Zahlungsfähigkeit von Finanzdienstleistungsunternehmen, Versicherern sowie Kreditinstituten erhalten bleibt. Ihre ausgeübte Marktaufsicht hat zum Ziel, das Vertrauen von Anlegern in die Kapitalmärkte wiederherzustellen oder zu erhalten. Im Rahmen des Anlegerschutzes sorgt sie außerdem  für die Eindämmung von unerlaubten Finanzgeschäften.

Hinweis:
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht dient neben dem Ombudsmann als offizielle Beschwerdestelle für Kunden aller Versicherungen.

Erweiterte Einlösungsklausel

 

Wenn die erweiterte Einlösungsklausel in den Allgemeinen Vertragsbedingungen (AVB) vereinbart worden ist, beginnt der Versicherungsschutz zu dem im Vertrag vereinbarten Termin, sofern die zu zahlende Prämie durch den Versicherten spätestens 14 Tage nach Erhalt der Rechnung bezahlt wird. Dadurch ist es möglich, Lücken im Versicherungsschutz zu umgehen. In vielen Versicherungsbedingungen ist diese Klausel standardmäßig enthalten. Ist dies nicht der Fall muss der Versicherungsvermittler einen Kunden auf diese Option oder auf die Vereinbarung einer möglichen vorläufigen Deckungszusage hinweisen.

Freizügigkeit

 

Unter diesem Begriff versteht man in der Versicherungsbranche eine besondere Vereinbarung zwischen Versicherer und Versichertem in der festgelegt ist, dass versicherte Sachen auch frei zwischen unterschiedlichen Orten bewegt werden dürfen, ohne dass jeweils eine veränderte Versicherungssumme vereinbart werden muss. Verabredungen dieser Art werden besonders häufig getroffen, wenn es sich bei dem Versicherungskunden um eine Firma mit einem Filialnetz handelt. Es ist möglich, für einzelne Risiken (z .B. Raub) oder Positionen (Waren) ohne und mit Prämienaufschlag jeweils separate Vereinbarungen zu treffen.

Technischer Versicherungsbeginn

 

Beim technischen Versicherungsbeginn handelt es sich um den gewünschten Versicherungsbeginn (in der Regel im Antrag genannt). Mit diesem Datum beginnen die Beitragszahlung des Versicherungsnehmers.

Term-fix-Versicherung

 

Dies ist eine Versicherung mit festem Auszahlzeitpunkt. Bei Versicherungen dieser Art wird die Erlebensfallleistung bei einem besonderen Anlass gewährt. Anlässe können beispielsweise Heirat oder Ausbildung eines mitversicherten Kindes sein. Bei Heirats-, Aussteuer- und Ausbildungsversicherungen gibt es die Besonderheit, dass erst im Falle des Todes (hier: Elternteil versichert) die Versicherung in voller Höhe beitragsfrei gestellt wird. Die volle Versicherungssumme wird zum vereinbarten Ablauf der Versicherungszeit erbracht. Diese Versicherungsleistung wird auch dann erbracht, wenn die Beitragszahler (Eltern) durch Tod die Beitragszahlungen eingestellt hatten.

Unterversicherungsverzichtklausel

 

Wenn die Unterversicherungsverzichtsklausel im Rahmen der Hausratversicherung vereinbart wurde, werden bei einem Schadenfall keine Abzüge wegen Unterversicherung gemacht. Eine vereinbarte Mindestversicherungssumme pro Quadratmeter muss allerdings im Vertrag enthalten sein. Man kann jedoch trotz Unterversicherungsklausel unterversichert sein, wenn der Versicherungswert falsch zugrunde gelegt wurde (z.B. der Wert der versicherten Gegenstände liegt weit höher als der Versicherungswert). Es ist auch eine Überversicherung möglich, bei der die Gegenstände weitaus höher versichert sind und dieser Wert die Wiederbeschaffungskosten deutlich übersteigt.

Valorenversicherung

 

Bei bestimmten Wertgegenständen wie z. B. Banknoten, Pelzen oder Schmuck wird in der Regel eine besondere Form der Transportversicherung, nämlich die Valorenversicherung, abgeschlossen. Bei der Valorenversicherung gelten besondere Sicherheitsvorschriften und fixierte Versicherungshöchstgrenzen.

Versorgungslücke

 

Mit diesem auch als Rentenlücke bezeichneten Begriff ist derjenige Prozentsatz gemeint, um den das letzte Netto-Einkommen vor dem Renteneintritt über der gesetzlichen Altersversorgung liegt. Um die Versorgungslücke zu schließen, wird eine private Altersvorsorge empfohlen (z. B. Riester-Rente, Rürup-Rente).

Vollversicherung

 

Entspricht bei Schadensversicherungen die vereinbarte Versicherungssumme dem Versicherungswert, spricht man von einer Vollversicherung.

Abschlagszahlung

 

Ein als Vorschuss ausgezahlter Anteil der eigentlich veranschlagten Versicherungsleistung oder –summe. Die Abschlagszahlung kommt in Betracht, wenn die Ermittlung des Schadens oder die allgemeine Bearbeitung des Versicherungsfalles einen größeren Zeitrahmen beanspruchen oder eine Wartezeit für die finale Auszahlung vereinbart wurde. Exemplarisch sei die Unfallversicherung in Bezug auf die Feststellung einer Invalidität genannt: Bis diese endgültig festgestellt ist (längere Untersuchungsintervalle, Behandlungserfolge werden erst spät sichtbar etc.), werden in der Regel Abschlagszahlungen geleistet.

Aufgrund der genannten und weiteren Faktoren zahlen Versicherer die volle Invaliditätsleistung frühestens ein Jahr nach dem verursachenden Schadensfall aus. Als Versicherungskunde hat man, abhängig vom abgeschlossenen Vertrag, in der Regel nach einem bis drei Monaten ab dem Schadenszeitpunkt einen Anspruch auf eine angemessene  Abschlagsleistung. Diese entspricht in der gängigen Versicherungspraxis ca. der vertraglich fixierten Todesfallleistung.

Abschlussagent

 

Ein Abschlussagent ist ein Versicherungsvermittler, der von einem oder mehreren Versicherungsunternehmen bevollmächtigt wurde, nicht nur Kundenanträge anzunehmen, sondern auch Versicherungsverträge auszufertigen und vorläufige Deckungszusagen zu erteilen. Da auch in der Versicherungsbranche die fortschreitende Technisierung Einzug hält, drucken Abschlussagenten mittlerweile immer häufiger Versicherungsscheine direkt beim Kunden aus. Das geschieht vor allem im einfachen Sach- und Kraftfahrzeuggeschäft.

Abschlussprovision

 

Wenn ein Versicherungsvertrag durch die Arbeit eines Vermittlers zustande kommt, erhält dieser eine Entlohnung in Form einer Abschlussprovision. Als Bemessungsgrundlage für die Höhe dieser Provisionszahlung werden in der Regel der Jahresbeitrag und die vereinbarte Versicherungssumme oder die Laufzeit herangezogen (Renten- und Lebensversicherungen). Aus dem errechneten Gesamtvolumen erhält der Vermittler festgelegte Promille-Sätze oder eine bestimmte Anzahl von Monatsbeiträgen. Die Abschlussprovision wird dem Vermittler in der Regel über eine Einmalzahlung nach Vertragsabschluss ausgezahlt. Auch eine Auszahlung in mehreren Teilbeträgen ist möglich und wird häufig bei der sog. „Riesterrente“ so gehandhabt.

Altersrückstellung

 

Die Altersrückstellung (auch: Alterungsrückstellung) ist ein Begriff, der im Zusammenhang mit Krankenversicherungen steht. Je älter ein Versicherungsnehmer ist, desto größer ist das Risiko des Versicherers, dass der Versicherte höhere Kosten verursacht. Die Allgemeinen Versicherungsbedingungen untersagen allerdings eine Leistungsminderung oder Beitragserhöhung aufgrund des zunehmenden Alters. Die Altersrückstellung wird vom Krankenversicherer aufgrund dieses erhöhten Risikos frühzeitig gebildet. Bei noch jungen Mitgliedern einer privaten Krankenversicherung wird davon ausgegangen, dass sie gesund sind und relativ geringe Krankenkosten verursachen. Der von ihnen nicht aufgebrachte Beitrag wird zum Teil in Form von verzinsten Altersrückstellungen angespart. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass die Altersrückstellung bei einem Wechsel des privaten Versicherungsunternehmens mitgenommen werden kann. Dies war bis einschließlich 2008 nicht möglich: Die aufgelaufene Summe der Altersrückstellung verfiel bis dahin.

Annahme

 

Der Begriff ist im Zusammenhang mit empfangsbedürftigen und einseitigen Willenserklärungen von Bedeutung. Im Versicherungsgeschäft kann die Annahme auf zwei Arten erfolgen:

  • durch die Annahmeerklärung
  • durch den Zugang der Versicherungspolice

Zu beachten ist, dass sowohl Versicherer als auch Versicherungskunde in die Rolle des Annehmenden eintreten können (vgl. Modell „Invitatio).

Anwartschaft

 

Hierunter werden zwei Varianten verstanden:

  1. Sicherung des aktuellen „Status Quo“ bei privaten Krankenversicherungen
    Durch den Abschluss der Anwartschaft bei einer privaten Krankenversicherung wird die Möglichkeit eröffnet, sowohl das Eintrittsalter als auch den Gesundheitszustand des zu Versichernden zu Beginn der Anwartschaft festzuschreiben. Bei einem späteren vollständigen Wechsel in die private Krankenversicherung werden verschlechterte Gesundheitszustände nicht nachträglich negativ bewertet – eine Erhöhung des Beitragssatzes entfällt dadurch.

  2. Über den Erwerb einer Rechtsposition für spätere Leistungen
    In diesem Fall hat der Bezugsberechtigte einen unwiderruflichen Anspruch auf die Anwartschaft bezogen auf eine definierte Versicherungssumme im Erlebens- und/oder Todesfall bei einer Lebensversicherung.
Äquivalenzprinzip

 

Anders als bei Sozialversicherungen richtet sich die Höhe der Beiträge bei privaten Versicherungen kalkulatorisch nach den vom Versicherer übernommenen Verpflichtungen berechnet. Darunter sind die Risiken zu verstehen, die das Versicherungsunternehmen für einen bestimmten Kunden übernimmt. Das versicherungstechnische Gegenteil ist das → Solidar- oder Solidaritätsprinzip, wobei die Beitragshöhe sich nicht nach Risikofaktoren bemisst.

Außenversicherung

 

Der Versicherungsschutz für versicherte Sachen kann zum Beispiel durch besondere Vereinbarungen oder spezielle Klauseln dahingehend erweitert werden, dass diese auch an anderen als den eigentlich  versicherten Orten versichert sind. Meist werden derartige besondere Klauseln allerdings mit einer Einschränkung der versicherten Summe versehen. Klassisch für derartige Außenversicherungen Hausrat, der auch auf Reisen versichert sein kann.

Beitragsfreistellung

 

Versicherungskunden, die vorübergehende oder dauernde Zahlungsschwierigkeiten haben, können mittels schriftlicher Vereinbarung eine zeitweise oder dauernde Beitragsfreistellung erhalten (Lebensversicherung). Aus dem angesammelten Sparguthaben einer kapitalbildenden Lebensversicherung (entspricht NICHT dem Betrag der eingezahlten Versicherungsbeiträge) wird dann eine neue, geänderte Versicherungssumme berechnet, die entsprechend der nun verkürzten Laufzeit und dem daraus resultierenden Minderbetrag der Einzahlungen in der Regel deutlich geringer ausfällt als die ursprünglich vereinbarte Versicherungssumme.

Sehr viele Anbieter kapitalgebundener Lebensversicherungen sehen hierfür einen Mindestbetrag von 500 Euro vor. Die Beitragsfreistellung kann in der Regel erst nach einer Mindestlaufzeit rückgängig gemacht werden – häufig mit der Auflage einer erneuten Gesundheitsprüfung und der Nachzahlung aller rückständigen Versicherungsbeiträge.

Hinweis:
Sollte durch den Versicherungsnehmer abzusehen sein, dass der Zahlungsausfall nur für einen kurzen Zeitraum gegeben ist, empfiehlt sich eine Stundung. Dadurch kann die Versicherungssumme in der Regel in voller Leistungshöhe erhalten bleiben und der Zahlungsausfall bleibt kurzzeitig (i. d. R. nicht länger als 1 Jahr) folgenlos.

Besondere Versicherungsbedingungen

 

Die BVB (Abk. für Besondere Versicherungsbedingungen) sind Zusatz- oder Sonderbedingungen. Sie sind besondere Ergänzungen für spezielle Regelungen innerhalb der Allgemeinen Versicherungsbedingungen. Üblicherweise werden die besonderen Versicherungsbedingungen vor allem bei besonderen Risikogruppen und Risiken erhoben.

Bezugsrecht

 

Bei Renten- und Lebensversicherungen kann im Erlebens- und Todesfall ein Bezugsrecht verfügt werden. Damit wird festgelegt, wer in diesen Fällen einen Anspruch auf Versicherungsleistungen (Versicherungssumme zzgl. Zinsen/Gewinnanteile) hat. Ein festgelegtes Bezugsrecht kann, solange der Versicherungsfall noch nicht eingetreten ist, jederzeit verändert werden und ist bis dann widerruflich. Es gibt alternative Varianten, in denen ab der Festlegung der Verfügung diese nur noch mit der Zustimmung des Verfügungsberechtigten und unwiderruflich verändert werden.

Hinweis:
Bei Lebensversicherungen ist das Bezugsrecht in der Regel vollkommen unabhängig von gesetzlichen und testamentarischen Erben. Der Erlös der Versicherungsleistung fällt regelmäßig NICHT in die Erbmasse des Verstorbenen hinein.

Billigungsklausel

 

Hin und wieder kommt es vor, dass versehentlich eine fehlerhafte Versicherungssumme oder ein falscher Versicherungsbeitrag auf dem Versicherungsantrag notiert wird. Im Versicherungsvertragsgesetz gibt es für diese Fälle mit der Billigungsklausel eine gesonderte Regelung: Die vom Versicherungsantrag abweichenden Inhalte müssen besonders im Versicherungsschein herausgestellt werden. Auch muss der Versicherungskunde auf diesen Umstand gesondert hingewiesen und über sein Widerspruchsrecht informiert werden (wird in § 5 Abs. 2 VVG näher beschrieben). Es gilt: Versäumt der Antragsteller innerhalb eines Monats nach Erhalt des fehlerhaften Versicherungsscheins, den veränderten Bedingungen in Schriftform (Brief, Fax, E-Mail) zu widersprechen, gilt dies als Anerkennung der veränderten Bedingungen, wie sie im falschen Versicherungsschein festgeschrieben sind, und der Vertrag erhält dadurch automatisch Rechtskraft.

Information:
Versäumt man als Antragsteller einer Versicherung diese Frist, kann der nunmehr eigentlich „falsche“ Vertrag nicht vor Ablauf der regulären Kündigungsfrist beendet werden. Das kann in manchen Extremfällen ein Zeitraum bis zu 5 Jahre bedeuten.

Bindefrist

 

Als Versicherungskunde ist man eine bestimmte Zeitspanne an seinen Versicherungsantrag gebunden. Diese Zeitspanne wird als Bindefrist bezeichnet. Während der Bindefrist führen die Versicherungsgeber sogenannte Risikoprüfungen durch. Die Bindefristen für Sparten, in denen eine besonders intensive Risikoprüfung erfolgt, sind entsprechend länger als bei eher unkritischen Versicherungen.

Die Dauer der Bindefristen ist für die nachfolgenden Versicherungen gesetzlich vorgeschrieben:

Der Versicherungsvertrag gilt als abgeschlossen, wenn das Versicherungsunternehmen den Versicherungsantrag des Antragstellers innerhalb der gesetzlich reglementierten Bindefrist annimmt. Ebenso verhält es sich umgekehrt, wenn der Antragsteller ein Angebot des Versicherers akzeptiert. Nimmt ein Versicherer den Antrag jedoch verspätet nach dem Ablauf der Bindefrist an, muss der Versicherungskunde einen neuen Antrag stellen.

Blockpolice

 

Die Blockpolicen werden bei Massenversicherungen wie z. B. der Reiserücktritt- oder Auslandskrankenversicherung eingesetzt und sind eine Mischung aus einem Versicherungsschein und einem Antrag. Der Außendienstmitarbeiter stellt, durch eine vom Versicherer erteilte Vollmacht gedeckt, den Versicherungsschein direkt aus, ohne dass eine besondere Risiko- oder Antragsprüfung erfolgt. Diese Versicherungspolice wird direkt von einem Block vorgefertigter Policen abgerissen.

Claims-Made-Prinzip

 

Dieses Prinzip spielt für im anglo-amerikanischen Raum gültige Haftpflichtversicherungen sowie Haftpflichtversicherungen von Unternehmen eine Rolle, die international tätig sind. Dabei wird das Versicherungsunternehmen erst dann leistungspflichtig, wenn gegen ein Mitglied der firmeninternen Organe (Vorstand, Aufsichtsrat, Geschäftsführung) Haftpflichtansprüche geltend gemacht werden. Die bloße Pflichtverletzung spielt dabei keine Rolle. Das bedeutet für die Praxis, dass schädigende Handlungen, die zwar während der Dauer des versicherten Zeitraums begangen, jedoch erst geltend gemacht wurden, nachdem die Versicherung bereits gekündigt war, nicht unter den Versicherungsschutz fallen.

Courtage

 

Die Vergütung oder Provision eines Maklers im Immobilien-, Finanzdienstleistungs- und Versicherungsbereich wird als Courtage bezeichnet. Die Vergütung wird in der Regel vom Versicherungsunternehmen entrichtet.
Im Immobilienbereich wurden die Kosten bislang meist auf die Käufer oder Mieter eines Objekts abgewälzt. Neueste Grundsatzurteile haben dieser Vorgehensweise einen Riegel vorgeschoben: Die Courtage der Immobilienmakler muss nun von der beauftragenden Partei entrichtet werden.
Im Bereich der Finanzdienstleistungen arbeiten viele Makler mittlerweile mit Honorarberatungen, die vollständig dem Kunden in Rechnung gestellt werden.

Deckungskapital

 

Unter den Begriff Deckungskapital fallen die verzinslich angesammelten Sparanteile bei Renten-, Lebens- und anderen Sparversicherungen. Diese Sparanteile werden mit einem Garantiezinssatz abgeschlossen, der einem Mindestzinssatz entspricht. Darüber hinaus werden weitere Zinserträge durch die Versicherer erwirtschaftet, welche für den Versicherungsfall angespart werden. Wird eine Lebensversicherung gekündigt, wird deren Deckungskapital abzüglich einer Stornogebühr für die Ausschüttung errechnet (Rückkaufswert). Das Deckungskapital dient bei einer Beitragsfreistellung als Einmalbetrag zur Berechnung der kostenfreien Versicherungssumme.

Hinweis:
Bei fondsgebundenen Versicherungen errechnet man den Zeitwert der Anteile (in der Regel ohne Garantiezinssatz). Dieser wird nach Abzug der Stornokosten ausgeschüttet.

Deckungszusage

 

Vor dem endgültigen Abschluss eines Versicherungsvertrags erhält der Versicherungsnehmer eine Deckungszusage durch den Versicherer, bevor eine Versicherungspolice ausgestellt wird. Die Deckungszusage ist z. B. beim Abschluss einer Kfz-Versicherung gang und gäbe, damit das entsprechende Fahrzeug bereits angemeldet und genutzt werden kann, obwohl der Vertrag noch nicht endgültig ist. Die Gültigkeit der Deckungszusage endet entweder mit dem tatsächlichen Zustandekommen des Versicherungsvertrags oder mit der Ablehnung durch den Versicherer.
Sollte innerhalb der Laufzeit der vorläufigen Deckungszusage tatsächlich ein Schaden eintreten, ist der Versicherer leistungspflichtig. Das gilt auch dann, wenn noch keine Prämienzahlung geleistet wurde. Aufgrund der Veränderungen in der Versicherungsgesetzgebung wurde für diese Art von Verträgen eine reduzierte Informationspflicht eingeführt. So  können beispielsweise die den Vertrag betreffenden Bedingungen zusammen mit dem endgültigen Hauptvertrags dem Versicherungsnehmer zugesendet werden.

Degressiver Todesfallschutz

 

Bei solch einer Lebensversicherung ist gerade zu Beginn der Vertragslaufzeit der Todesfallschutz sehr hoch und reduziert sich während der Vertragslaufzeit allmählich. Diese Form der Lebensversicherung wird in der Regel häufig dann gewählt, wenn ein Kredit oder ein Annuitätendarlehen abgesichert werden muss. Der Todesfallschutz sinkt entsprechend der bereits für den Kredit gezahlten Tilgungsraten, was auch für die Versicherungsprämie gilt.

Delkredereversicherung

 

Sie wird meistens als Ausfall- oder Kreditversicherung bezeichnet und hat im Handelsrecht den Charakter einer Garantie. Sie tritt ein, wenn der Kreditnehmer vorübergehend oder langfristig zahlungsunfähig wird. Die Delkredereversicherung übernimmt dann je nach Vertragsdetails über einen bestimmten Zeitraum oder langfristig die zu bezahlenden Kreditraten, bis der Schuldner wieder solvent ist. Besonders häufig wird diese Versicherungsform für Ausfuhr-, Waren- oder Investitionsgüterkreditversicherungen, mittlerweile aber auch für die Absicherung von Konsumentenkrediten genutzt.

Direktanspruch

 

Das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) sieht drei Fälle vor, bei denen ein Geschädigter seinen Anspruch auf Schadensersatz auch direkt gegen den Versicherer geltend machen kann:

  1. wenn es sich um eine Haftpflichtversicherung handelt, für die eine Versicherungspflicht besteht (z. B. Kfz-Haftpflicht),
  2. wenn über das Vermögen des Versicherten ein Insolvenzverfahren eröffnet, ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt oder aber der Eröffnungsantrag mangels Masse zurückgewiesen wurde oder
  3. wenn der Aufenthaltsort des Versicherten nicht bekannt ist.

Dabei wird das Versicherungsunternehmen so behandelt, als hätte es den Schaden selbst verursacht.

Direktversicherung

 

Eine Lebensversicherung, die durch einen Arbeitgeber im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge auf das Leben eines Arbeiters oder Angestellten abgeschlossen wurde, bezeichnet man als Direktversicherung (Betriebsrentengesetz).

Zu unterscheiden sind zwei unterschiedliche Formen der Direktversicherung:

  1. Direktversicherungen, die der Arbeitgeber selbst und ausschließlich finanziert
  2. Direktversicherungen, die vom Arbeitnehmer durch eine teilweise Umwandlung des Gehalts finanziert werden.

Die gedeckelte Gehaltsumwandlung zum Zweck einer betrieblichen Altersvorsorge beinhaltet einen Rechtsanspruch auf Umsetzung seitens des Arbeitnehmers. Bei Eintritt in die Altersrente ist der Angestellte bezugsberechtigt, dessen Angehörige im Falle seines Todes.

Dread-Disease-Versicherung

 

Eine Dread-Disease-Versicherung leistet, wenn eine sehr schwere Krankheit einen bestimmten Zeitraum überlebt wird. Im Leistungsfall wird dann kein regelmäßiger Geldbetrag (Rente), sondern eine einmalige Summe gezahlt.
Dread-Disease-Versicherungen sind in Großbritannien, Frankreich, Australien, der Schweiz und den USA wesentlich weiter verbreitet als in Deutschland und speziell im anglo-amerikanischen Raum unter der Bezeichnung „Individual Critical Illness Insurance“ bekannt. Mittlerweile haben alle großen Versicherer ein derartiges Produkt fest in ihr Angebotsportfolio integriert, auch wenn die Nachfrage eher gering ist.

Bei welchen Erkrankungen konkret gezahlt wird, legt jede Versicherung selbst fest. Allerdings sind weniger als 50 % der Erkrankungen, die zu einer Berufsunfähigkeit führen, mit diesem Versicherungstyp abgedeckt. Die Versicherer zählen u.a. Schlaganfall, Krebs, Multiple Sklerose, Taubheit oder Blindheit zu den schweren Erkrankungen, die zu einer Versicherungsleistung führen.

Die Konditionen unterscheiden sich erheblich: Manche Versicherer bieten die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern und die beitragsreduzierte Aufnahme weiterer Angehöriger an.

Dynamik

 

Als Ausgleich für die im Laufe der Vertragslaufzeit vorausgesetzte Änderung des Bedarfs werden die Versicherungssumme und die -beiträge jährlich erhöht. Die Dynamik wird bei Vertragsschluss vereinbart und jedes Jahr durch den Versicherer ohne weitere Risikoprüfung (nur bei Lebensversicherungen) automatisch durchgeführt. Die Erhöhung erfolgt entweder anhand eines Index‘ oder eines festen Faktors. Als Versicherungsnehmer hat man das Recht, der Dynamik bei Lebensversicherungen zu widersprechen oder diese sogar zu kündigen. Ein Sonderkündigungsrecht für Versicherte wird in Sachsparten wie z. B. der Hausratversicherung nicht ausgelöst. Eine Vertragsauflösung in diesen Fällen ist erst mit dem Wirksamwerden der Erhöhung oder mit der nächsten Fälligkeit unter Einhaltung von Kündigungsfristen möglich.

Erstprämie

 

Es handelt sich um eine Prämie, ohne deren fristgerechte Zahlung der Versicherungsschutz nicht eintritt. Sie ist damit das Gegenmodell zur Deckungszusage.

Erstprämienverzug

 

Dieser Fall tritt ein, wenn der Kunde die Erstprämie nicht fristgerecht bezahlt und deshalb die Versicherung die Möglichkeiten hat, vom Vertrag zurückzutreten oder die Prämienzahlung auf gerichtlichem Weg durchzusetzen. Bei einem Rücktritt kann der Versicherer den Vertrag nach einer Wartezeit von drei Monaten automatisch auslaufen lassen oder einen ausdrücklichen Rücktritt erklären.

Erstrisikoversicherung

 

Hier wird bei einer Schadenversicherung das sog. „erste Risiko“ bis zu einer vereinbarten Schadenshöhe übernommen und somit eine Begrenzung der Versicherungsleistung durchgeführt. Bekannte Beispiele sind die Haftpflichtversicherung und die Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung.

Erwerbsminderungsrente

 

In der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es für alle Versicherten, die nach dem 01.01.1961 geboren sind, keinen Berufsunfähigkeitsschutz mehr. Beruflich qualifizierte Arbeitnehmer, die ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben konnten, hatten bis Ende 2000 einen gesetzlich geregelten Anspruch auf eine Berufsunfähigkeitsrente. Diese Möglichkeit gab es für ungelernte Arbeitskräften nicht.
Ob die heutige Erwerbsminderungsrente bewilligt wird oder nicht hängt heute von der noch vorhandenen Leistungsfähigkeit ab, dabei ist der ausgeübte Beruf belanglos. Für den Fall, dass ein qualifizierter Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann, muss dieser gegebenenfalls auch einen Job annehmen, der deutlich unter seinen Qualifikationen liegt. Das liegt daran, dass die Erwerbsfähigkeit im Ausbildungsberuf zwar nicht mehr vorhanden ist, eine grundsätzliche Erwerbsunfähigkeit aber nicht besteht.

Erwerbsminderungsstufen

Bei einem Leistungsvermögen von

  • unter drei Stunden
    wird die volle Erwerbsminderungsrente gezahlt.

  • drei bis unter sechs Stunden
    erhält der Versicherte die halbe Erwerbsminderungsrente.

  • sechs und mehr Stunden
    wird keine Erwerbsminderungsrente gezahlt.

Hinweis
Arbeitnehmer, die zwar mindestens drei, aber weniger als sechs Stunden täglich arbeiten können, jedoch keinen Teilzeitarbeitsplatz finden, erhalten dennoch die volle Erwerbsminderungsrente.

Expertise

 

Eine Expertise ist ein Gutachten in einem Schadensfall, das von einem Sachverständigen erstellt wird. Das sogenannte Schiedsverfahren kann in den Versicherungsbedingungen vereinbart sein, in das diverse Sachverständige involviert sind. Das ist häufig notwendig, um Streitereien im Leistungsfall mit Sachkenntnis zu beenden.

Folgeprämie

 

Die laufende oder Folgeprämie ist die Zahlung nach der Entrichtung der Erstprämie während einer Versicherungsperiode. Bei jährlicher Zahlungsweise sind Folgeprämien in der Regel innerhalb eines Monats nach Fälligkeit zu entrichten. Wird monatliche oder Quartalszahlung vereinbart, muss die Folgeprämie spätestens 14 Tage nach Fälligkeit entrichtet werden. Seit dem 01.01.2008 gilt, dass die Zahlungsfrist generell nur noch 14 Tage beträgt. Eine Ausnahme ist die Krankenversicherung, bei der zwei Monate veranschlagt sind.

Folgeprämienverzug

 

Gemäß Versicherungsvertragsgesetz (VVG) muss der Versicherer bei einem Folgeprämienverzug ein qualifiziertes Mahnschreiben an den säumigen Versicherten schicken. In diesem Mahnschreiben müssen folgende Punkte mindestens enthalten sein:

  • Höhe und Zusammensetzung der Prämienforderung
  • die Angabe der Zahlungsfrist (mindestens zwei Wochen)
  • eine Rechtsfolgenbelehrung (Beitragsfreistellung/Kündigungsrecht und Leistungsfreiheit) für den Fall, dass der säumige Kunde weiterhin nicht bezahlt.

Damit der Mahnbescheid seine Gültigkeit behält, muss er in Schriftform beim Versicherten vorliegen.

Fondsgebundene Lebensversicherung

 

In einer gemischten Lebensversicherung (Todes- und Erlebensfallzahlung) wird der Sparanteil über einen offenen Investmentfonds nach Kundenwunsch (z. B. Renten-, Immobilien- oder Aktienfonds) oder nach verlangter Anlageklasse (z. B. wachstums-, chancen- oder risikoorientiert) angelegt. Eine Garantie auf Verzinsung des angesparten Kapitals kann bei der fondsgebundenen Lebensversicherung nicht gegeben werden, da der Kapitalzuwachs vom Kursverlauf an der Börse abhängig ist. Mittlerweile wurden auch sogenannte Garantieprodukte eingeführt, die ein Mindestniveau oder alternativ eine Ausschüttung der durch den Versicherten eingezahlten Beträge garantieren. Diese Garantie wirkt sich aber negativ auf die Rendite aus.

Gebündelte Versicherung

 

Rechtlich eigenständige Versicherungsverträge werden als gebündelte Sicherung zu einem Vertrag zusammengefasst, was in einem einzelnen Versicherungsschein dokumentiert wird. Häufig werden beispielsweise sogenannte „Familienpakete“ aus Haftpflicht-, Hausrat- und Unfallversicherung angeboten. Für den erfolgreichen Abschluss solcher „Vertragsbündel“ gewähren die meisten Versicherer sogenannte „Bündelrabatte“.

Hinweis
Auch bei einem Vertragsbündel mit „Bündelrabatt“ bleibt die Möglichkeit, einzelne Positionen Versicherungen zu kündigen, bestehen.

Gefährdungshaftung

 

Bei der Gefährdungshaftung geht es nicht um schuldhaftes Handeln (also durch Fahrlässigkeit oder Vorsatz), sondern um die Haftung allein wegen des Betriebs oder Besitzes einer Sache wie z. B. einem Auto oder einem Hund. Für Risiken, die durch den Besitz der versicherten Gegenstände entstehen, gibt es spezielle Versicherungen wie die Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung oder Tierhalterhaftpflichtversicherung.

Beispiel
Beißt ein Hund ins Bein eines Postboten, ist es rechtlich nicht relevant, ob der Besitzer des  Hundes tatsächliche Schuld an diesem Vorfall trägt. Er haftet automatisch als Besitzer des Hundes.

Generationenvertrag

 

Die Menschen der jüngeren Generationen, die sich in abgabenpflichtigen Arbeitsverhältnissen befinden, bezahlen regelmäßig Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Diese Rentenversicherung bezahlt aus den Beiträgen der jüngeren Arbeitnehmer die Renten an die älteren Menschen. Die demografische Entwicklung hat die Schwächen des aktuell verwendeten Umlageverfahrens (Rentenversicherungsbeiträge werden sofort für anstehende Rentenzahlungen verwendet) deutlich gemacht. Auch die aktuelle Arbeitsmarktsituation (Arbeitslosigkeit und viele geringfügige Beschäftigungsverhältnisse) trägt durch ihre geringe Beitragskraft zu ständig wachsenden Finanzierungslücken bei. Bislang werden diese über Bundeszuschüsse ausgeglichen.

Es wurden bereits Reformen beschlossen und teilweise umgesetzt, die dieser Finanzierungsproblematik entgegenwirken sollen:

  • Senkung des Rentenniveaus hin zu einer Mindestrente
  • deutliche Anhebung des regulären Renteneintrittsalters
  • Veränderungen der Berufsunfähigkeitsversorgung
Gliedertaxe

 

Mit der Gliedertaxe wird bei einer privaten Unfallversicherung der Invaliditätsgrad beurteilt. Bei ständiger Funktionsuntüchtigkeit oder bei Verlust der in der Gliedertaxe aufgeführten Sinnesorgane und Körperteile wird ausschließlich der dort festgelegte Grad der Invalidität herangezogen. Anhand der Einordnung der Dysfunktion werden sämtliche Leistungen der privaten Unfallversicherung bemessen. Für die Ausschüttung von 100 % der versicherten Summe wird in der Regel 100 % Invalidität vorausgesetzt. Die Gliedertaxe wurde vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) anhand von standardisierten Richtwerten festgelegt

Grundfähigkeitsabsicherung

 

Die Grundfähigkeitsversicherung kann als Alternative oder Ergänzung zur Dread-Disease-Versicherung, Pflegeversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden. Der Leistungsfall tritt bei dieser Versicherung dann ein, wenn bestimmte Grundfertigkeiten wie Gehen oder Autofahren verloren gehen. Manche Versicherer leisten erst bei einer Einstufung in die Pflegestufe 2. Bei der Einschätzung spielt es keine Rolle, ob der Versicherte noch in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben.

Halbzwingende Vorschrift

 

Das Statut der halbzwingenden Vorschrift besagt, dass von bestimmten Vorschriften, die im Vertragsversicherungsgesetz festgelegt sind, nur dann abgewichen werden kann, wenn die geplante Abweichung zum Vorteil des Versicherten ausfällt.

Härtefallregelung

 

2004 wurden im Rahmen der Gesundheitsreform für die von den gesetzlichen Krankenkassen gebotenen Leistungen (Ausnahme: Zahnersatz) individuelle Belastungsgrenzen eingeführt. Zuzahlungen sind danach auf 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen begrenzt. Bei Menschen, die eine chronische Erkrankung nachweisen können, sind die Zuzahlungen auf 1 % ihrer Bruttoeinkünfte begrenzt. Sollte ein Einkommen sehr gering sein, ist es bei Zahnersatz möglich, den Festzuschussbetrag zu erhöhen.

Hauptfälligkeit

 

Damit ist der Termin gemeint, zu dem die jährliche Prämie fällig wird. Immer zur Hauptfälligkeit besteht die Möglichkeit, einen Versicherungsvertrag zu kündigen.

Haushaltsglasversicherung

 

Alle zum Haushalt gehörenden Glasarten können mit einer Haushaltsglasversicherung zusätzlich gegen Zerstörung abgesichert werden. Dabei ist das Zerbrechen aller fertig eingesetzten Fensterscheiben und aller anderen in der Versicherungspolice aufgeführten Gegenstände abgesichert. In der Regel ist auch die Notverglasung durch einen Fachbetrieb enthalten. Oberflächenbeschädigungen sind in dieser Versicherung in der Regel nicht enthalten (z. B. Absplitterungen und Kratzer). Undichte Randverbindungen (Blindwerden von Isolierverglasung), optische Gläser, Handspiegel und Beleuchtungskörper sowie Hohlgläser (z. B. Lampen, Trinkgläser etc.) sind von der Haushaltsglasversicherung ebenfalls ausgeschlossen.

Siehe auch www.billige-hausratversicherung24.de

Hausrat

 

Der gesamte Hausrat wird über die Hausratversicherung abgesichert. Zum Hausrat zählen alle Gegenstände, die zur Einrichtung, zum Verbrauch oder zum Gebrauch gedacht sind. Auch Bargeld und allgemeine Wertgegenstände werden über die Hausratversicherung abgesichert. Gegenstände, die von Besuchern zum Versicherten mitgebracht werden, sind nicht in dieser Hausratversicherung inkludiert. Bewegliche Gegenstände des Hausrats des Versicherten sind also demzufolge versichert, wenn sie, ohne dafür beschädigt werden zu müssen, auch an einen anderen Ort verbracht werden können (Wertsachen, Kleidung, Elektrogeräte, Geschirr, Möbel).

Eine Hausratversicherung umfasst Schäden, die durch Blitzschlag, Brand, Ex- oder Implosion, Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus, Leitungswasser, Frost und Rohrbruch, Hagel, Sturm sowie den Absturz von Luftfahrzeugen entstehen. Die versicherten Gegenstände sind im Schadensfall mit einer Neu- und Vollwertversicherung abgesichert, sodass die Versicherungssumme in Höhe des Wiederbeschaffungswerts abgeschlossen wird. Ein Richtwert: Die durchschnittliche Versicherungssumme beträgt derzeit 650 € pro m² Wohnfläche.

Heredität

 

Bei Personenversicherungen (z. B. Lebensversicherungen) prüfen Versicherungsgesellschaften aufgrund der Risikoübernahme auch die Krankengeschichte der nahen Verwandten des Versicherungsnehmers auf erbliche Krankheiten (Heredität).

Höhere Gewalt

 


Ein von außen kommendes, durch Vernunft nicht abwendbares und auch nicht vorhersehbares Ereignis bezeichnet die Rechtsprechung als höhere Gewalt. Höhere Gewalt wird von keinem Versicherungsunternehmen versichert – mit Ausnahme einzelner Sparten und entsprechenden Vereinbarungen.

Folgende Beispiele werden als höhere Gewalt eingestuft:

  • Terroranschläge
  • Geiselnahmen
  • Sabotageakte
  • Naturkatastrophen
  • Reaktorunfälle
  • Kriegsgefahren
  • innere Unruhen
  • Krieg
Invaliditätsleistung

 

In der privaten Unfallversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung gehört die Invaliditätsleistung zu den  Hauptleistungen der Versicherungsunternehmen und wird erbracht, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

  • dauerhafte Beeinträchtigung des Versicherten in seiner psychischen oder physischen Leistungsfähigkeit als direkte oder indirekte Folge eines Unfalls gemäß den Bedingungen aus dem Versicherungsvertrag,
  • innerhalb eines Jahres nach dem Unfall tritt eine Invalidität auf und
  • nach einem Unfall (innerhalb von 15 Monaten) stellt ein Arzt in Schriftform fest, dass eine Invalidität bedingt durch den Unfall entstanden ist und beim Versicherer geltend gemacht wird.

Die Unfallversicherung zahlt bei vollem oder teilweisem Verlust der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit (s. Gliedertaxe).
Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet in der Regel erst, wenn eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 % festgestellt wird.

Hinweis
Durch den Umstand, dass ein Unfallversehrter durchaus auch innerhalb eines Jahres an den Unfallfolgen versterben kann, bezahlen die Versicherungsunternehmer die Invaliditätsleistung erst nach Ablauf einer Frist von 12 Monaten. Der Versicherte hat in der Regel jedoch das Recht, die vereinbarte Unfall-Todesfall-Leistung in Form einer Vorschusszahlung zu erhalten.

Invitatio-Modell

 

Der Gesetzgeber hat zum 01.01.2008 im Rahmen der Änderungen im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) festgelegt, das bis dahin gültige Policenmodell (Vertragsunterlagen werden erst mit der Zusendung des Versicherungsscheins übersandt) aufzulösen und hat stattdessen das Antragsmodell (sämtliche Unterlagen müssen vor Vertragsschluss vorliegen) eingeführt. Um die Einfachheit der Versicherungsverkäufe dennoch zu gewährleisten, nutzen die Versicherungsunternehmen eine im BGB vorhandene Regelung, über die Versicherte über eine Belehrung und deren Bestätigung in Kenntnis gesetzt werden müssen.
Bei dieser Vorgehensweise wird der Kundenwunsch in Form einer unverbindlichen Anfrage (kein Antrag) gewertet. Erst auf diese unverbindliche Anfrage hin versenden Versicherungsunternehmen ein Angebot (Antrag), das ausführliche Informationen wie z. B. Bedingungen und Rechte enthält, an den Versicherungsnehmer. Der Versicherungsnehmer muss dieses Angebot in der Regel schriftlich und ausdrücklich annehmen. Dass vor dem Abschluss des Vertrags (Annahme durch Versicherungsnehmer) kein Versicherungsschutz besteht, ist ein Risiko, das zu Problemen führen kann.

Jagdhaftpflichtversicherung

 

Risiken, die bei und durch die Jagd entstehen können, werden von der Jagdhaftpflichtversicherung abgedeckt. Darin versichert sind Besitz und Gebrauch von Schusswaffen sowie die Jagdtätigkeit und alle damit verbundenen Handlungen. Ebenso mitversichert sind die Haltung von einem oder zwei Jagdhunden und mögliche Schäden, welche durch die Hunde entstehen. Ein zusätzlicher Abschluss einer Hundehalterhaftpflicht entfällt in diesem Fall.

Jahreseinheiten

Die Bezugsgröße, aus der die Dauer einer Kfz-Versicherung hervorgeht. Ein Jahr geht als 1,0 in die Kfz-Statistik ein.

Kapitallebensversicherung

 

Die Kapitallebensversicherung, häufig auch kapitalbildende Lebensversicherung genannt, dient nicht nur der Versorgung durch Zahlung im Todesfall des Versicherten, sondern auch der Vermögensbildung für das Alter. Zum Laufzeitende der Kapitallebensversicherung werden die Sparbeiträge des Versicherten wieder ausbezahlt – inklusive in der Regel angefallener Zinsen und Dividenden-Ausschüttungen.

Kaskoversicherung

 

Darunter fallen die Versicherungen für Fahrzeuge aller Art (Land-, Luft-, Wasser-, Weltraumfahrzeuge) gegen Verlust, Beschädigung und Zerstörung.

Kfz-Haftpflichtversicherung

 

Gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung für jedes Kfz, die Unfallopfern zugefügte Schäden bis zur Mindestdeckungssumme übernimmt. Geschädigte haben einen Direktanspruch gegenüber der Versicherung des Schädigers. Die Prämie setzt sich aus dem individuellen Schadensfreiheitsrabatt, der Typklasse des Fahrzeugs, der Regionalklasse sowie weiteren Merkmalen zusammen, die darüber hinaus vereinbart werden können (z. B. Garagenfahrzeug, jährliche Fahrleistung etc.).

Klauseln

 

Klauseln werden genutzt, um bestehende oder kurz vor dem Abschluss befindliche Versicherungsverträge zu erweitern oder einzuschränken. Über Klauseln lassen sich Verträge an die Bedürfnisse des Versicherten anpassen. Wenn es um Klauseln geht, die den Risikobereich des Versicherungsschutzes erweitern, sind sie in der Regel mit einer erhöhten Prämienzahlung verbunden.

Komageld

 

Fällt ein Versicherter in ein Koma und verharrt dort, wird Komageld durch den Versicherer bezahlt, sofern eine entsprechende Versicherung vorhanden ist. In Unfallversicherungen ist es regelmäßig nicht eingeschlossen, kann aber als zusätzliche Leistung gegen Aufpreis mit eingebunden werden. Auf dem Markt werden auch Tarife angeboten, die das Komageld bereits kostenfrei beinhalten.

Krankenhaustagegeldversicherung

 

Im Falle eines Krankenhausaufenthalts erhält der Versicherte pro Aufenthaltstag steuerfrei einen festen Tagessatz ohne Verwendungsnachweis. Damit können Zusatzkosten abgedeckt werden.

Krankenhauszusatzversicherung

 

Übernimmt die Kosten für eine bessere Unterbringung und privatärztliche Behandlung.

Krankentagegeldversicherung

 

Springt bei einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit aufgrund Erkrankung ein, nachdem die sechswöchige Lohnfortzahlung entfallen ist. So kann das dann von der gesetzlichen Krankenversicherung gezahlte Krankengeld, das immer deutlich unter dem letzten Gehalt liegt, aufgestockt werden. Da privat krankenversicherte Selbstständige oder Angestellte kein Krankengeld erhalten, ist eine Krankentagegeldversicherung für sie noch wichtiger.

Lebensversicherung

 

Wird als Risiko-, Kapital- und fondsgebundene Versicherung angeboten und kann neben der Absicherung für den Todesfall auch durch Ansparen eine Vorsorge für das Alter sein. Sie wird für unterschiedliche Versicherungsfälle (z. B. Todes- oder Erlebensfallversicherung), verschiedene Arten der Kapitalbildung sowie entsprechend einer Bestimmung der Versicherungsleistung angeboten.

Leibrenten

 

Lebenslang gewährte Zahlungen, die weder vererbt noch verkauft werden können. Leibrenten sind nicht nur im Versicherungsbereich zu finden, sondern auch beim Immobilienverkauf (hier wird eine lebenslang zu zahlende Rente anstelle eines Kaufpreises bezahlt). Leibrenten können seit dem Jahr 2005 nachgelagert besteuert werden.

Dazu gehören:

  • Renten aus den Kassen der sozialen Rentenversicherung
  • Rentenzahlungen aus landwirtschaftlichen Alterskassen
  • aus berufsständigen Versorgungseinrichtungen bezahlte Renten (aufgrund der auf einer gesetzlichen Pflichtmitgliedschaft beruhenden Altersversorgung für freie Berufe)
  • aus Leibrentenversicherungen, die nach dem 31.12.2004 entstanden sind, sofern die Leibrenten eine monatliche Zahlung anvisieren und die Zahlung der Rente nicht vor dem 61. Lebensjahr beginnt.
Leistungsfreiheit

 

Der Begriff steht im Versicherungsgewerbe dafür, dass der Versicherer unter bestimmten Voraussetzungen von seiner Pflicht zur Erbringung der versicherten Leistung befreit sein kann. Wenn zum Beispiel eine Obliegenheitsverletzung (der Versicherte kommt den Verpflichtungen des Versicherungsvertrages nicht nach) oder der Zahlungsverzug der Prämien vorliegen oder aber eine Anklagefrist verstrichen ist, kann der Versicherer die Leistungsfreiheit geltend machen.

Leistungsort

 

Nach dem Versicherungsvertragsgesetz ist der Wohnsitz oder die Niederlassung des Versicherten auch zeitgleich der Leistungsort. Bei der Versicherungsprämie handelt es sich um eine sogenannte Schickschuld, was bedeutet, dass die Versicherungsprämie sowohl auf Kosten (Überweisungsgebühren etc.) als auch auf eigene Gefahr (Risiko einer Fehlbuchung usw.) an das Versicherungsunternehmen zu überweisen ist. Wird die Prämienzahlung per Abbuchung (Lastschriftverfahren) vereinbart, geht die Erfüllung an das Versicherungsunternehmen über (Holschuld durch rechtzeitige Abbuchung der Prämie).

Leitungswasser

 

Als Leitungswasser bezeichnet man im Versicherungswesen solches Wasser, das entgegen seiner eigentlichen Bestimmung ausgetreten ist aus

  • mit einem Rohrsystem verbundenen Einrichtungen oder deren Teilen, die wasserführend sind,
  • Installationen mit Verwendungszweck Dampf- oder Warmwasserheizung,
  • Ab- oder Zuleitungsrohren im System der Wasserversorgung oder der mit dieser Installation verbundenen Schläuche oder
  • Wärmepumpen-, Klima- oder Solarheizungsanlagen und deren Anschlüssen oder Schlauchsystemen.

In Sachversicherungen sind wärmetragende Flüssigkeiten (Öle, Kälte- und Kühlmittel, Sole) und Wasserdampf dem Leitungswasser gleichgestellt.

Liebhaberwert

 

Im Bereich der Sachversicherungen gibt es Einschränkungen, welche Gegenstände oder Werte versichert werden können. Subjektive Werte, also nicht spezifische Gegenstandswerte, werden Liebhaberwert genannt (z. B. alte Erbstücke mit ideellem Wert) und sind nicht Gegenstand der Versicherung. Versicherbar ist nur der reale Sachwert. Es gilt der Wert, der zur Wiederbeschaffung der funktional gleichen Sache ermittelt wird.

Materieller Versicherungsbeginn

 

Damit ist der tatsächliche Beginn des Versicherungsschutzes gemeint, ab dem der Versicherer eintretende Schäden bezahlt. Der genannte Versicherungsbeginn kann erst dann in Kraft treten, wenn die Erstprämienzahlung getätigt wurde oder zu einem bestimmten Termin, wenn eine erweiterte Einlösungsklausel vereinbart ist.

Meldefrist

 

Eine Schadensmeldung muss unverzüglich dem Versicherungsunternehmen gemeldet werden. Aus juristischer Sicht bedeutet das „ohne schuldhafte Verzögerung“, also sofort. Um diese Meldefrist zu garantieren, bieten die meisten Versicherer sogenannte Schaden-Hotlines an, bei denen die Versicherten rund um die Uhr anrufen und einen Schaden melden können. Wird die Schadenmeldung innerhalb der Meldefrist durch eigenes Verschulden versäumt, muss der Versicherte damit rechnen, Sanktionen des Versicherers auszulösen (z. B. Kürzung der Leistung).

Mitversicherung

 

Wenn sich mehrere Versicherungsunternehmen an einem Risiko beteiligen, wird dies Mitversicherung genannt. Dabei übernimmt jeder der Versicherer eine bestimmte Quote oder einen fixierten Beitrag der gesamten Versicherungssumme. Dieses Vorgehen ist üblich, wenn es um sehr große Risiken geht, wie sie beispielsweise in der Industrie vorkommen.

Nebenversicherung

 

Wenn zwei voneinander unabhängige Verträge zu einer versicherten Sache bestehen, deren Versicherungssummen den tatsächlichen Wert der versicherten Sache nicht überschreiten, spricht man von einer Nebenversicherung. Der Versicherte ist nach dem Versicherungsvertragsgesetz verpflichtet, andere Versicherungsunternehmen über den Bestand zusätzlicher Versicherungen zu informieren. Bei der Meldung an die zusätzlichen Versicherer sind sowohl sind sowohl die bestehenden Versicherungsunternehmen als auch die Höhe der Versicherungssumme mitzuteilen.

Neuwert

 

Der Wert eines Gegenstandes kann in einer Sachversicherung vereinbart werden. Bei einer Neuwert-Versicherung wird im Schadenfall der Wert des versicherten Gegenstands in einwandfreiem, neuem Zustand ersetzt. Dazu gehören auch die mit dem Gegenstand zusammenhängenden weiteren Kosten wie z. B. der Warentransport.

Nutzungsausfall

 

Der Geschädigte hat gegenüber dem Schadenverursacher bei einem Autounfall Anspruch auf eine Nutzungsausfallentschädigung oder alternativ einen Mietwagen. Ein Nutzungsausfall wird dem unverschuldet Geschädigten gezahlt, wenn er auf ein Mietfahrzeug verzichtet.

Obliegenheiten

 

Dies sind die Verpflichtungen eines Versicherungsnehmers im Zusammenhang mit einem Versicherungsvertrag. Man unterscheidet in die Obliegenheiten vor dem Versicherungsfall (z. B. Anzeigepflicht) und im Versicherungsfall (z. B. Schadenminderungspflicht). Eine Verletzung der Obliegenheitspflichten kann zur Leistungsfreiheit oder Regressforderungen des Versicherers führen.

Pensionsfonds

 

Wenn eine Versorgungszusage für eine betriebliche Altersversorgung über einen Pensionsfonds besteht, erhält der Arbeitnehmer Versorgungsleistungen durch den Arbeitgeber. Erbracht werden müssen diese Versorgungsleistungen durch die rechtlich selbstständigen Pensionsfonds. Bei Pensionsfonds hat der Arbeitnehmer die gleichen gesetzlichen Rechte wie bei der gewöhnlichen Pensionskasse. Die Beitragshöhe für Arbeitnehmer ist auf 4 % ihres Bruttoeinkommens begrenzt.

Pensionskasse

 

Bei der Pensionskasse handelt es sich um eine betriebliche, rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung. In der Regel führt man derartige Einrichtungen in der Rechtsform des VVaG und kann unter bestimmten Voraussetzungen sogar von der Gewerbe- und Körperschaftssteuerpflicht befreit sein. Anders als die Unterstützungskasse gewährt die Pensionskasse einen Rechtsanspruch auf Leistungen, die aus einer betrieblichen Altersversorgung stammen. Bei inländischen Pensionskassen unterhalten die Versicherungsaufsicht für Finanzdienstleistungen und/oder die Länderaufsichtsbehörde die Kontrolle darüber, ob die Kapitalanlage und Rechnungslegungsvorschriften aus dem VAG eingehalten werden.

Pensionskassen werden durch die Zuwendung (Beitragsleistungen) der Arbeitgeber und selbst erwirtschaftete Erträge finanziert. Im Rahmen der Gehalts- und Entgeltumwandlung kann die Pensionskasse während der Ansparphase sowohl sozialabgaben- als auch steuerfrei genutzt werden.

Pflegebedürftigkeit

 

Menschen, die aufgrund Behinderung oder körperlichen und/oder geistigen Krankheit für die Dauer von mindestens 6 Monaten nicht vollkommen selbstständig für sich sorgen können, gelten als pflegebedürftig. Im 2. Kapitel des Elftes Buch Sozialgesetzbuch (§14 Abs. 2 SGB XI) werden die Ursachen, aus denen die Hilfsbedürftigkeit durch seelische, geistige und körperliche Erkrankungen oder Behinderungen noch spezifischer erläutert.

Im Sinne des ersten Absatzes gelten als Behinderungen:

  • eine Störung der Sinnesorgane und der inneren Organe
  • Lähmungen, Verluste und anderweitige Funktionsstörungen des Bewegungs- und Stützapparates
  • Beeinträchtigungen des zentralen Nervensystems wie beispielsweise Orientierungs-, Gedächtnis- oder Antriebsstörungen sowie Psychosen endogener Natur, geistige Behinderungen oder Neurosen.

Die Leistungen, die durch die Pflegeversicherung erbracht werden sollen, richten sich nicht nach Schwere und Art einer Krankheit oder Behinderung, sondern ausschließlich nach dem Umfang des Hilfebedarfs, der entsteht. Eine Einordnung der Pflegebedürftigkeit wird über die Sortierung in 4 unterschiedliche Pflegestufen (0-3) realisiert.

Prämienanpassungsklausel

 

Wenn die Schadensausgaben eines Versicherungsunternehmens gestiegen sind, kann der Versicherer jährlich seine geforderte Prämie erhöhen. Hierfür gibt es ein eigenes Treuhänderverfahren. In den Versicherungsbedingungen ist die Prämienanpassung in der Regel bereits verankert. Für Verträge, die vor dem 30.07.1994 abgeschlossen wurden, hat der Versicherte bei einer Prämienerhöhung durch den Versicherer ein sogenanntes Sonderkündigungsrecht, sofern folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Die Prämienerhöhung beträgt mehr als 5 % der zuletzt fälligen Prämie
    und/oder
  • Die Prämie beträgt mehr als 25 % der Erstprämie

Ein Sonderkündigungsrecht durch den Versicherungsnehmer ist auch für alle anderen Verträge dann möglich, wenn die sogenannte Prämienanpassungsklausel greift (Prämienerhöhung ohne Leistungsverbesserung). In diesem Fall können Versicherungsverträge bei jeder Prämienerhöhung gekündigt werden. Die Kündigung muss allerdings innerhalb eines Monats nach Eingang der Mitteilung zur Prämienerhöhung übermittelt worden sein.

Tipp
Ein Sonderkündigungsrecht bei Prämienerhöhung fällt dann weg, wenn im Versicherungsvertrag eine Dynamik vereinbart wurde. Sie gibt an, dass im Falle einer Prämienerhöhung nicht nur die Kosten, sondern auch die Leistungen der Versicherung ansteigen.

Private Krankenversicherung (PKV)

 

In der privaten Krankenversicherung (PKV) sind Beamte, Selbstständige und Arbeitnehmer, deren Einkommen die Versicherungspflichtgrenze übersteigt, krankenversichert. Die Höhe der Versicherungspflichtgrenze wird für jedes Kalenderjahr neu vom Gesetzgeber festgelegt und auf der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit (www.bundesgesundheitsministerium.de) veröffentlicht. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden die Beiträge nicht nach der Einkommenshöhe, sondern nach dem Leistungsumfang und dem individuellen Risiko erhoben.

Prozentual-Maximalsystem

 

Beim Prozentual-Maximalsystem trägt in der privaten Krankenversicherung der Versicherer einen prozentualen Anteil der auftretenden Krankheits- und Behandlungskosten, solange ein fixierter Höchstbetrag nicht überschritten ist. Der Versicherungsnehmer muss alle anderen Kosten tragen. Alternativ können auch private Krankenversicherungen mit einer Selbstbeteiligung abgeschlossen werden.

Qualifiziertes Mahnschreiben

 

Gemäß Versicherungsvertragsgesetzt muss der Versicherer dem Versicherungskunden bei einem Folgeprämienverzug ein qualifiziertes Mahnschreiben zukommen lassen.

Es müssen mindestens folgende Informationen enthalten sein:

  • die Zahlungsfrist (Minimum sind hier 2 Wochen)
  • die Prämienforderung an sich (sowohl Zusammensetzung als auch Höhe)
  • eine Rechtsfolgebelehrung (Information, welche Folgen eine weitere Nichtzahlung hat)

Eine qualifizierte Mahnung kann nur in Schriftform rechtssicher übergeben werden. Im Mahnschreiben kann auch schon eine Kündigungsandrohung erfolgen, sofern diese in Zusammenhang mit der Nichteinhaltung der letzten Zahlungsfrist gesetzt ist.

Raub

 

Wenn eine Person durch Androhung oder verübte Gewalt am Ort der Versicherung um Sachwerte bestohlen wird, erfüllt dies den Straftatbestand des Raubes. Zu einem Raub gehört, dass der Versicherte durch Gewaltandrohung oder gewalttätiges Handeln in eine Lage gebracht wird, keinen Widerstand leisten zu können. Um einen solchen Vorgang als Raub identifizieren zu können, muss zwischen dem Brechen der Widerstandskraft des Versicherten und der Wegnahme des geraubten Gegenstandes eine unmittelbare Zeitspanne zugrunde liegen, da andernfalls der Versicherer nicht mehr in der Leistungspflicht der Hausratversicherung ist.

Diebstahl oder auch Trickdiebstahl sind in einer gewöhnlichen Hausratversicherung nicht eingeschlossen, da der Täter keine Gewalt ausübt oder androht und es deshalb keinen Widerstand durch die Versicherten gibt. Wichtig ist, dass der Raub am Ort der Versicherung erfolgen muss, um den Versicherer in die Leistungspflicht nehmen zu können. Gegenstände, die durch den Versicherten zunächst an einen anderen Ort gebracht werden müssen (auf Verlangen des Täters), sind nicht versichert (z. B. bei einer Entführung oder Erpressung).

Räuberischer Diebstahl

 

Wenn ein Täter innerhalb eines Raumes angetroffen wird, während er gerade einen Diebstahl begeht und daraufhin gewalttätig wird oder mit Gewalt droht, handelt es sich um einen räuberischen Diebstahl. Wird der Raum allerdings mit regulären Schlüsseln geöffnet, besteht Versicherungsschutz ausschließlich dann, wenn der Täter diese Schlüssel zuvor durch Einbruchdiebstahl, Raub oder einfachen Diebstahl unrechtmäßig dem Besitzer entwendet wurden. Räuberischer Diebstahl ist in der Regel als Sachverhalt in der Hausratversicherung mit abgedeckt.

Restschuldversicherung

 

Die Restschuldversicherung sichert einen Kreditnehmer und/oder dessen Angehörige bei Tod, Krankheit oder Arbeitslosigkeit ab. Sie wird von vielen Kreditinstituten als Absicherung des Kreditnehmers verlangt.

Riester-Rente

 

Die Riester-Rente ist ein Instrument zur Förderung der privaten Altersvorsorge und wurde zum 01.01.2002 eingeführt. In der Regel entspricht sie einer kapitalgedeckten betrieblichen oder privaten Altersvorsorge und wird staatlich gefördert. Die staatliche Förderung besteht aus einem steuerlichen Sonderausgabenabzug und einer Zulage. Im Wesentlichen sind Pflichtmitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung, Richter, Beamte, Soldaten auf Zeit, Berufssoldaten und Angestellte im öffentlichen Dienst sowie die Ehegatten dieser Personengruppen förderungsberechtigt und können in den Genuss der Riester-Rentenversicherung kommen.

Rückdatierung

 

Mit einer Rückdatierung ist in der Versicherungsbranche gemeint, dass der technische vor den formellen Versicherungsbeginn gezogen wird. Dadurch werden beispielsweise Wartezeiten erfüllt oder ein etwas günstigeres Eintrittsalter erreicht. Der Eintritt eines Versicherungsfalles zwischen diesen beiden Zeitpunkten ist nicht möglich.

Rückwärtsversicherung

 

Der materielle und technische Beginn liegen beide vor dem formellen Beginn eines Versicherungsvertrags. Für den zurückliegenden Zeitraum besteht kein Leistungsanspruch. Die Rückwärtsversicherung wählt man, wenn rückwirkender Versicherungsschutz notwendig ist.

Rürup-Rente

 

Es handelt sich hierbei um eine gesonderte Form der privaten Rentenversicherung, die staatlich gefördert wird, steuerfrei und freiwillig ist, allerdings auch Auflagen mit sich bringt. Die Beiträge, die für den Aufbau einer Rürup-Rente entrichtet werden müssen, können im Rahmen der gesetzlich avisierten Höchstbeträge als Sonderausgaben abgezogen werden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Der Rentenbeginn darf nicht vor der Vollendung des 60. Lebensjahres liegen.
  • Ausschließlich die Zahlung einer lebenslangen, monatlichen Leibrente darf im Versicherungsvertrag fixiert sein.
  • Der Steuerpflichtige hat keinen Anspruch auf eine vorzeitige Auszahlung.
  • Die aus dem Versicherungsvertrag hervorgehenden Ansprüche dürfen nicht kapitalisierbar, beleihbar, veräußerbar oder vererbbar sein.

Der Sonderausgabenabzug beträgt für gemeinschaftlich veranlagte Verheiratete 44.344 Euro, für Ledige 22.172 Euro (ab 2015). Im Jahr 2005 waren davon 60 % steuerlich abzugsfähig. Dieser Wert steigt kontinuierlich an und mündet in einer zu 100 % absetzbaren Beitragshöhe im Jahr 2025. Bei Arbeitnehmern wird allerdings der Arbeitgeberanteil dieses Betrags herausgerechnet. Beamten und auch anderen Personen, die teilweise oder ganz Anspruch ohne eine eigene Beitragsleistung haben, wird ein fiktiver Arbeitgeberanteil abgezogen.

Schadenfreiheitsrabatt

 

Beitragsermäßigung in der Kfz-Versicherung, die sich nach der Anzahl der schadenfreien Jahre bemisst. Nach 18 schadenfreien Kalenderjahren werden nur noch 30 % des Grundbetrags gezahlt.

Schadensregulierung

 

Wenn die Versicherungssumme dem Wert der Versicherung entspricht, wird in der Schadenversicherung der Schadenswert durch Geldmittel ersetzt. Es gilt in der Regel, dass der Geschädigte oder Versicherungsnehmer so gestellt werden muss, als wäre kein Schaden entstanden.

Schweigepflichtentbindung

 

Krankenhäuser und Ärzte sind aufgrund gesetzlicher und berufsethischer Vorschriften zur Verschwiegenheit in Bezug auf Behandlung und Diagnose eines Patienten verpflichtet. Versicherungskunden müssen zur Beantragung verschiedener Personenversicherungen (Lebensversicherung, Berufsunfähigleitsversicherung, Krankenversicherung) standardmäßig im Antragsformular die Schweigepflichtentbindung erklären. Dies dient den Versicherern als Prüfungsmöglichkeit, um eventuelle Krankheitsrisiken, die bereits aus der Vergangenheit herrühren, erkennen zu können.

Solidarprinzip

 

Beim Solidarprinzip muss jeder Versicherungsnehmer entsprechend seiner Einkommenssituation Versicherungsbeiträge bezahlen. Beim Solidarprinzip erhält jeder Versicherungsnehmer aus dem gleichen Versicherungstopf trotzdem die gleichen Leistungen unabhängig von der Höhe seiner Einzahlungen. Im Wesentlichen entspricht dieses Prinzip dem der gesetzlichen Sozialversicherungen.

Totalschaden

 

Davon ist die Rede, wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwerts übersteigen.

Unfall

 

Wenn eine versicherte Person durch ein plötzliches Ereignis von außen auf den Körper eine Gesundheitsschädigung erleidet, entspricht dies gemäß den Bedingungen der privaten Unfallversicherung einem Unfall. Innere Erkrankungen sind dieser Definition entsprechend ausgeschlossen. Als Unfall werden allerdings auch andere Umstände zugelassen wie zum Beispiel Muskelrisse, Bänderrisse oder auch verrenkte Gelenke durch eine erhöhte Kraftanstrengung.

Unterversicherung

 

Wenn in der Schadenversicherung die Versicherungssumme niedriger ist als der Versicherungswert, spricht man von einer Unterversicherung.

Wenn eine Entschädigung gezahlt werden muss, errechnet sie sich in diesem Fall nach folgender Formel:
(Versicherungssumme x Schaden + Vorsorge) : Versicherungswert

Vandalismus

 

Nach einem Einbruch spricht man dann von Vandalismus, wenn durch den Einbruch, das Einsteigen, den räuberischen Diebstahl oder das Eindringen in die Wohnung, das Haus oder den PKW ein Täter mutwillig versicherte Gegenstände beschädigt oder zerstört. Für solche Fälle bieten die Hausratversicherung, Gebäudeversicherung und Kaskoversicherung den nötigen Versicherungsschutz.

Verjährung

 

Ansprüche, die sich aus den Versicherungsverträgen ergeben, die vor dem 01.01.2008 abgeschlossen wurden, verjähren in der Regel nach 2 Jahren. Eine Ausnahme sind Lebensversicherungen, die eine Verjährungszeit von 5 Jahren vorsehen. Die Verjährungsfrist beginnt nach Jahresschluss des Jahres, in dem die Leistung fällig wurde. Im Zuge der VVG-Reform am 01.01.2008 veränderten sich die Verjährungsfristen auf Ansprüche, die nach diesem Datum gestellt werden können, auf 3 Jahre und entsprechen damit der Regelung im BGB (Bürgerliches Gesetzbuch).

Hinweis
Die Verjährung ist gehemmt, solange eine Leistungsprüfung stattfindet. Sie beginnt erst nach einem Ablehnungs- oder Anerkennungsbescheid (auch teilweise) der Versicherungsunternehmen.

Verschuldenshaftung

 

Gemäß §823 BGB ist die Verschuldenshaftung im Rahmen der Haftpflichtversicherung:

„Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des Schadens verpflichtet.“

Folgende Voraussetzungen müssen im Versicherungsfall für die Verschuldungshaftung gegeben sein:

  • ein durch den Schädiger verletztes Rechtsgut in Form einer nicht rechtmäßigen Handlung,
  • schuldhaftes Handelns des Schädigers,
  • kausaler Zusammenhang zwischen dem Schaden und der unrechtmäßigen Handlung und
  • der Schädiger muss deliktfähig sein.
Vertragshaftung

 

Eine Vertragshaftung ergibt sich, wenn mindestens einer der Vertragspartner seine Vertragspflichten nicht oder nur unvollständig erfüllt. In den meisten Fällen kommt es zu einem Anspruch auf Schadensersatz.

Verweisung

 

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung wird zwischen einer abstrakten und einer konkreten Verweisung unterschieden. Die abstrakte Verweisung bietet den Versicherern die Möglichkeit, einem Versicherten eine theoretisch mögliche Arbeitsstelle vorzuschlagen, die die aufgrund seiner Qualifikationen noch ausüben kann. Ob der Versicherte eine solche Stelle findet, spielt dabei keine Rolle: Die abstrakte Verweisung befreit den Versicherer von seiner Leistungspflicht.

Eine Verweisung ist zulässig, wenn tatsächlich einer Berufstätigkeit (z. B. nach einer Umschulung) nachgegangen wird, welche sich mit den bislang durchgeführten Tätigkeiten vergleichbar und deshalb zumutbar ist (konkrete Verweisung). In der Berufsunfähigkeitsversicherung kann die abstrakte Verweisung ausgeschlossen werden, dies erhöht jedoch sowohl die Prämie als auch den Leistungsumfang der Versicherung.

Vorläufige Deckungszusage

 

Die vorläufige Deckungszusage ist ein vollständiger Versicherungsvertrag, der vor dem endgültigen Abschluss eines Versicherungsvertrags greift und mit einer extra Prämie berechnet wird. Die zu bezahlende Prämie für die vorläufige Deckungszusage wird entweder mit dem nachfolgenden Vertrag verrechnet oder muss, sofern der eigentliche Vertrag nicht zustande kommt, nachgezahlt werden. Tritt zwischen der vorläufigen Deckungszusage und dem eigentlichen Vertragsschluss ein Schadensfall ein, ist der Versicherer in der Leistungspflicht. Abgeschlossen wird die vorläufige Deckungszusage dann, wenn sofortiger Versicherungsschutz geboten ist (z. B. Neuwagenzulassung).

Die Gültigkeit der vorläufigen Deckungszusage endet

  • wenn der endgültige Vertrag (der eigentliche Hauptvertrag) durch den Versicherungsnehmer oder den Versicherer abgelehnt wird,
  • sobald die vereinbarte Zeitspanne der Gültigkeit abgeschlossen ist,
  • wenn die Vertragsverhandlungen scheitern (der Versicherungsnehmer lehnt z. B. einen Risikozuschlag ab,
  • mit dem formellen Abschluss der Hauptversicherung,
  • bei Zahlungsverzug oder Kündigung (Belehrungspflicht muss durch den Versicherer beachtet werden) oder
  • wenn eine neue Deckungszusage abgeschlossen wird.
Wartezeit

 

Um das subjektive Risiko des Kunden beschränken zu können, sind in vielen Versicherungssparten sogenannte Wartezeiten verankert. Damit ist gemeint, dass noch kein Versicherungsschutz für Leistungsfälle gegeben ist, obwohl bereits eine Prämie gezahlt wurde. Wartezeiten kann man unter bestimmten Voraussetzungen umgehen oder abkürzen, wenn es sich z. B. um einen lückenlosen Anschlussvertrag handelt.

Als Beispiel kann eine private Krankenversicherung betrachtet werden, bei der folgende Wartezeiten gelten:

  • 3 Monate allgemeine Wartezeit
  • 8 Monate besondere Wartezeit bei Zahnersatz, Zahnersatz, Kieferorthopädie, Psychotherapie und Entbindung

Die Wartezeit entfällt, wenn

  • es sich um von privat Versicherten Neugeborene handelt (sofern eine Versicherung ab Geburt gegeben ist),
  • es um die Versicherung des Ehepartners geht,
  • es sich um einen Unfall handelt,
  • ein positiv ausfallendes Ergebnis oder ein guter Untersuchungsbericht eines Arztes vorliegt oder
  • es einen Wechsel von der gesetzlichen zur privaten Krankenversicherung gibt (nahtloser Übergang).

Die Wartezeit kann bei einer PKV entfallen, sofern zwischen dem Ende der vorherigen und dem Beginn der neuen Krankenversicherung nicht mehr als zwei Monate liegen.

Wertsachen

 

In verschiedenen Sachversicherungsbereichen wie z. B. der Hausratversicherung gibt es klare Definitionen, was genau Wertsachen sind. Zu den Gegenständen, die im Versicherungsrecht hierzu gezählt werden, gehören u.a.:

  • Urkunden einschließlich sonstiger Wertpapier und Sparbücher
  • Edelsteine
  • Schmucksachen
  • Perlen
  • Münzen und Medaillen sowie Gegenstände aus Platin oder Gold
  • Telefonkarten
  • Briefmarken
  • handgeknüpfte Teppiche
  • Pelze
  • Kunstgegenstände (Collagen, Gemälde, Plastiken, Grafiken, uva.)
  • Gobelins
  • alle Gegenstände aus Silber
  • Antiquitäten (Gegenstände sind mehr als 100 Jahre alt); Ausnahme: Möbelstücke

Bei Wertsachen gibt es anders als bei gewöhnlichen Hausratversicherungen besondere Grenzen zur Entschädigungshöhe und häufig auch die Notwendigkeit, eine zusätzliche Absicherung einzubauen (Valorenversicherung). Alle Gegenstände, die nicht der Definition der Wertsachen entsprechen, werden im Schadensfall zu niedrigen Werten ersetzt.

Widerrufsrecht

 

Ein Versicherungsantrag, dessen Annahme zu einem Versicherungsvertrag mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr führt und der nicht den sofortigen Versicherungsschutz beinhaltet, kann innerhalb von 2 Wochen ab Unterzeichnung schriftlich durch den Versicherungsnehmer widerrufen werden. Handelt es sich bei der Versicherung um eine Lebensversicherung, verlängert sich die Widerrufsfrist sogar auf 30 Tage ab dem Erhalt des Versicherungsscheins. Dies gilt auch, wenn der Vertrag in den Bereich des Fernabsatzgesetzes fällt, also per Internet oder telefonisch abgeschlossen wurde. Die Versicherungsfrist beginnt erst dann, wenn dem Versicherten sämtliche Vertragsunterlagen zugegangen sind (Versicherungsschein, alle Unterlagen, Verbraucherinformation, Rechtsbehelfsbelehrung).

Hinweise

Mit der Änderung des VVG (Versicherungsvertragsgesetz) zum 01.01.2008 wurde das Widerrufsrecht für folgende Versicherungsverträge ausgeschlossen:

  • Verträge, die eine Laufzeit von unter einem Jahr haben
  • Verträge zur vorläufigen Deckung (Ausnahmen: Verträge, die nach dem Fernabsatzgesetz behandelt werden müssen)
  • Verträge, die Großrisiken versichern
  • Pensionskassen-Verträge, wenn sie im Rahmen der Entgeltumwandlung als betriebliche Altersvorsorge vorgesehen sind (Ausnahme: Verträge, die nach dem Fernabsatzgesetz behandelt werden müssen)
Wohngebäudeversicherung

 

Diese Versicherung springt bei Schäden durch Blitzschlag, Brand, Explosion, Leitungswasser, Frost und Rohrbruch, Hagel und Sturm sowie den Absturz von Luftfahrzeugen ein. Es kann eine Erweiterung um Elementarschäden gegen die Folgen von Naturereignissen wie z. B. Überschwemmung oder Schneedruck vereinbart werden. Die Wohngebäudeversicherung umfasst das Gebäude mit allen Bestandteilen. Die Wohngebäudeversicherung zahlt neben der Reparatur oder Wiedererrichtung des Gebäudes auch Abbruch- und Aufräumkosten, Schutz- und Rettungskosten und ggf. den Verlust durch entgangene Mieteinnahmen.

XL

 

XL steht im Versicherungsbereich als Abkürzung für „Excess of Loss“ – die Schadenexedentenrückversicherung. Es handelt sich hierbei um eine spezielle Form der Rückversicherung.

Yankee-Bonds

 

Für den Fall, dass ein ausländischer Emittent auf eine Anleihe (US-Dollar notiert) in den USA auflegt, wird dies Yankee-Bonds genannt. Yankee-Bonds können unter anderem auch im Portfolio ausländischer Versicherungsunternehmen und Fonds auftauchen.

Zeitwert

 

Der Zeitwert einer Sache wird ermittelt, indem vom Neuwert ein Betrag für Abnutzung, Alter und Gebrauch abgezogen wird.

Zweitmarkt

 

Bei kapitalbildenden Lebensversicherungen kündigt die Mehrheit aller Versicherungskunden ihren Vertrag vor Ablauf der Laufzeit. Wird eine Lebensversicherung vorzeitig gekündigt, zahlt das Versicherungsunternehmen einen Rückkaufswert an den Versicherten aus, der in der Regel geringer als das bislang angesammelte Guthaben ist. Um dem sich daraus ergebenden Verlust entgegen zu wirken, bieten Versicherer mittlerweile sogenannte „notleidende Lebensversicherungen“ auf dem Zweitmarkt an. Bei dieser speziellen Lebensversicherungsform wird dem Versicherten bis zu 20 % mehr als der eigentliche Rückkaufswert ausbezahlt, und der Vertrag läuft bis zum Laufzeitende weiter. Für die Zweitmarkt-Firmen lohnt sich dieses Geschäft, denn wenn die Laufzeit einer Lebensversicherung zu Ende geht, wird durch die Erstversicherer eine beträchtliche Summe an den Versicherungsnehmer ausgeschüttet, die dann an die Firma aus dem Zweitmarkt geht. Die Bundesregierung hat am 01.01.2009 die sogenannte Abgeltungssteuer eingeführt, da der deutsche Zweitmarkt stark wuchs.

Zwingende Vorschrift

 

Von den im VVG (Versicherungsvertragsgesetz) genannten zwingenden Vorschriften darf auf keinen Fall abgewichen werden. Dabei ist es unerheblich, ob dies zum Vor- oder Nachteil des Versicherungsnehmers ausfallen würde. Bei einer Abweichung, die gesetzwidrig ist, kann entweder ein einzelner Punkt oder gleich der ganze Versicherungsvertrag hinfällig sein.

„rosa“ Police

 

Wenn ausländische Kraftfahrer in Deutschland unterwegs sind, ohne eine anerkannte Kfz-Haftpflichtversicherung („Grüne Karte“) zu besitzen, müssen diese eine sogenannte Grenzversicherung für Europa abschließen. Diese Grenzversicherung wird mit einem rosa Grenzversicherungsschein dokumentiert.

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